Nachruf: Zum Tod von Daniel Roškar

Irini Paul
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31.1.2021, 19:05 Uhr

© Roland Fengler

Dabei waren die Anfänge bescheiden. Aus dem ehemaligen Jugoslawien stammend war er Mitte der 1960er Jahre nach Deutschland gekommen – wie so viele Migranten, ohne ein Wort Deutsch sprechen zu können.

Doch Dank Ehrgeiz und Fleiß gelang es ihm, mit seiner Speisekarte die Gäste anzulocken und auch bei der Stange zu halten. Manche hielten ihm und seiner bis zuletzt auch jugoslawisch angehauchten Karte jahrzehntelang die Treue. So auch Thomas Förster, 1. Vizepräsident des bayerischen Hotel-Gaststättenverbandes und Wirt des "Bratwurst Röslein". Er und sein Bruder seien schon als kleine Buben mit den Eltern ins "Opatija" gegangenen, als dieses noch am Hauptmarkt lag. Erst 1989 war es zum Umschlittplatz umgezogen. "Er war ein liebenswerter Mensch, ein Gentleman, ein guter Freund. Einer der besten Gastgeber, die wir je in Nürnberg hatten", so Förster.

Denn Roškar war ein Vollblutgastronom, der selbst mit Mitte 70 noch täglich im "Opatija" stand. Bis er es 2016 nach über 50 Jahren an Robert Horka übergab, dem Inhaber des "Hotel Hauser", in dessen Erdgeschoss sich das "Opatija" befindet. Doch auch nach seinem Abschied hatten er und seine Philosophie Spuren im "Optajia" hinterlassen, zu der irgendwann auch eine ausgesuchte Fisch-Speisekarte gehörte.

Seit Ende 2019 führt das Team um Küchenchef Max Kandel das "Opatija". Doch "Cevapcici" und das allseits beliebte Wiener Kalbsschnitzel stehen weiterhin auf der feinen Karte - gemäß der Philosophie "Tradition neu interpretiert".

Nun ist Daniel Roškar am vergangenen Donnerstag verstorben - einen Tag vor seinem 82. Geburtstag. Das "Opatija" wird für viele auch weiterhin mit seinem Namen und seiner freundlichen Art in Verbindung bleiben.

Mehr Informationen in unserer Rubrik Essen und Trinken!

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