Neuer City-Point: Hier zieht das Nürnberger Zalando-Outlet ein

13.1.2020, 16:50 Uhr
Mit diesem Entwurf bewarb sich das Nürnberger Büro stm Architekten um den City-Point-Neubau - und erhielt den Zuschlag.

Mit diesem Entwurf bewarb sich das Nürnberger Büro stm Architekten um den City-Point-Neubau - und erhielt den Zuschlag. © stm Architekten

Die Front ist aus Glas, die Inneneinrichtung kubisch, modern, eher kühl. Überall im Land baut der Online-Händler Zalando nach eben diesem Vorbild Ladengeschäfte. In Stuttgart und Hannover etwa eröffneten erst kürzlich Filialen, in Frankfurt gibt es bereits seit Jahren eine, in Berlin und Köln ebenso. Einer der größten Internet-Shops der Republik hat die Innenstadt für sich entdeckt - und will dort angreifen. Auch in Nürnberg. Dort soll 2021 ein sogenannter Outlet-Store eröffnen. In bester Lage, in der Pfannenschmiedsgasse an der Ecke zur Breiten Gasse. Jetzt ist klar: Zalando wird einer der ersten Mieter im neuen "Altstadt-Karree", das auf dem Gelände des City-Point gebaut werden soll. Das bestätigte das Unternehmen auf nordbayern.de-Nachfrage. 

So sieht das Hannoveraner Outlet von Zalando aus.

So sieht das Hannoveraner Outlet von Zalando aus. © Zalando SE, Mirass Ebrahimi Majdabadi

Auf gut 1600 Quadratmetern verspricht der Online-Händler im Lauf des kommenden Jahres "ein um bis zu 70 Prozent reduziertes Sortiment von rund 15.000 Produkten und 500 verschiedenen Marken", so eine Sprecherin. Die Waren seien bereits im Shop verfügbar gewesen - nun aber Outlet-Ware, etwa weil es sich um Restposten oder ältere Modelle handelt. Die Zielgruppe, so Zalando, seien anders als im Internet ganz klar Schnäppchenjäger. "Insgesamt rechnen wir mit etwa 55 bis 60 Mitarbeitern für unseren Store in Nürnberg."

Es herrscht Stillstand am City-Point

Doch noch steht der alte City-Point. Eigentlich sollte der Abriss im Herbst beginnen, doch es läuft schleppend. Monatelang hielt sich eine Handvoll Geschäfte in dem Einkaufszentrum. "Achtung, hier entstehen neue Perspektiven", steht auf einem Bauzaun. Doch die Perspektiven lassen auf sich warten. Es herrscht stattdessen: Stillstand. 

Es gebe "ein paar Probleme", erklärt ein Sprecher von Development Partner, dem Düsseldorfer Unternehmen, das 2017 den Betrieb übernommen hat. Der Abriss sei nach wie vor alternativlos. Das Nürnberger Büro stm Architekten hat den Zuschlag für die Realisierung des neuen Gebäudekomplexes bekommen, erste Entwürfe kursieren bereits seit Monaten. Einen konkreten Zeitplan aber gebe es nach wie vor nicht. Laufende Mietverträge etwa müssen im Zweifel nun doch erfüllt werden, erklärt der Sprecher. "Und wir haben noch keine Baugenehmigung." 

"Die Grundfragen sind geklärt"

Es geht, wie so oft, um Formalitäten, sagt Nürnbergs Beureferent Daniel Ulrich. Eine endgültige Baugenehmigung sei für das Projekt in der Tat noch nicht erteilt worden. "Wir sind aber schon sehr weit und liegen in den letzten Zügen. Die Grundfragen sind geklärt." Es gehe jetzt lediglich um Dinge wie die Stellplatzablöse. Ulrich geht davon aus, dass die Abrissarbeiten noch in diesem Jahr beginnen.

Fast 20 Jahre lang war der City-Point eine Institution in der Nürnberger Innenstadt - aber eben auch ein architektonisches Ärgernis. 1999 wurde der Bau aus dem ehemaligen Hertie-Kaufhaus modelliert, das aus den Fünfzigern stammte. Der Abriss, das sei den Investoren schnell klar gewesen, war die einzige Möglichkeit. Rund 200 Millionen Euro soll der Neubau kosten und das innerstädtische Bild ästhetisch reparieren. Den Verantwortlichen schwebt ein Mix aus Einzelhandel, Gastronomie und einem Hotel mit rund 240 Zimmern vor. Einen Eröffnungstermin gibt es bislang noch nicht. 

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