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Neues Zuhause für Tierheim-Schweine: Milli und Vanilli leben jetzt auf Gnadenhof

Borstentiere haben im mittelfränkischen Herrieden Unterschlupf gefunden - 13.03.2021 15:53 Uhr

Von Nürnberg nach Herrieden: die Minischweine Milli und Vanilli.

11.03.2021 © privat


Schwein gehabt! In diesem Fall darf man das so salopp formulieren, denn bei den beiden Damen, um die es hier geht, handelt es sich tatsächlich um zwei Schweine. Zwei gewichtige Minischweine, um genau zu sein, die das Glück hatten, ein neues Zuhause zu finden.

Neugierige Borstenviecher

Milli und Vanilli waren im Sommer letzten Jahres im Nürnberger Tierheim gelandet, nachdem ihr Besitzer verstorben war. Dort wühlten sie sich einige Wochen lang eifrig durch’s Außengelände und hielten die Pfleger ordentlich auf Trab. Schweine sind ziemlich neugierige Wesen, die Abwechslung lieben und beschäftigt werden wollen. Gesucht waren also neue Halter mit genügend Platz und Erfahrung im Umgang mit den Borstentieren.

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Man wurde in Herrieden im Landkreis Ansbach fündig. Familie Ritzinger betreibt dort seit einigen Jahren einen kleinen privaten Gnaden-, oder wie sie selbst sagen, "Lebenshof". "Ein bisschen Aussteigertraum", beschreibt Anna Ritzinger das Projekt, das mit dem Kauf eines alten renovierungsbedürftigen Bauernhofes, inklusive 4000 Quadratmeter Grund, begann. Ihr Mann Danny, Schreiner von Beruf, errichtete dort seine Werkstatt.

Das erste Tier, das einzog, war ein aus Serbien geretteter Straßenhund. Ehemalige Legehennen folgten, sie gewährten Schafen Unterschlupf, die ein Bauer nicht mehr haben wollte. "Für uns fühlte sich das gut und richtig an", sagt Anna Ritzinger. So kamen mit der Zeit immer weitere tierische Bewohner dazu, etwa Ziegen, zwei Ponys, Kaninchen, Ferkel und die beiden Hängebauchschweine Susi und Strolch, die sich nun mit Milli und Vanilli einen großen Stall, Sandkuhle und sogar einen Schweinepool teilen.


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"Man sagt, dass es recht schwierig ist, Schweine zu vergesellschaften", berichtet Ritzinger. "Aber hier war es sehr unproblematisch, auch mit den Ferkeln." Dass das Tierheim für die Minischweine eine neue Bleibe sucht, davon hatte die Familie durch Freunde erfahren. "Bestimmt fünf oder sechs Leute haben uns darauf angesprochen, ob wir die beiden nicht zu uns nehmen möchten", erzählt die Hofbetreiberin. Sie mochten, das Tierheim hat sein Okay gegeben und nun fühlen sich die beiden Rüssler offensichtlich sauwohl auf "Vegan.Bullerbyn".

"Kinder brauchen Tiere"

Ein Platz für Tiere: Milli und Vanilli leben jetzt auf "Vegan.Bullerbyn". Hier der älteste Sohn der Familie mit drei der insgesamt vier Schweine.

11.03.2021 © privat


So haben die Ritzingers ihren Tierhof getauft. Eine Wortschöpfung, die ihre vegane Lebensform benennt, plus dem schwedischen Begriff von Astrid Lindgrens "Bullerbü", jenem Ort wo sie im gleichnamigen Buch Kinder ein idyllisches Leben auf dem Land verbringen lässt. "Kinder brauchen Tiere", ist Anna Ritzinger, selbst vierfache Mutter, überzeugt.

Ihr persönliches Bullerbü sieht sie weniger als Arbeit, vielmehr als "etwas, das wir gemeinsam als Familie tun." Und natürlich würden auch alle mit anpacken. Ihr ältester, zwölf Jahre alter Sohn, kümmere sich am liebsten und mit Ausdauer um Milli, Vanilli und Co. "Langweilig wird es den Schweinchen bei uns bestimmt nicht", lacht sie.

Paten gesucht

Wie finanziert sich so ein privater Gnadenhof? Die schlichte Antwort: "Einen großen Teil stemmen wir privat". Zudem über Spenden und Tierpatenschaften. Ab fünf Euro im Monat kann man Teilpatenschaften für Kleintiere übernehmen. Das Geld wird für Futter und Tierarztkosten verwendet. Für Milli und Vanilli würden je Schwein im Durchschnitt 55 Euro pro Monat benötigt. Unterstützer können ihre Patentiere auf dem Hof besuchen und bekommen auch regelmäßig Infos und Fotos zugeschickt. Paypal-Spenden und Kontakt über D.ritzinger.13@gmx.de Instagram: www.instagram.com/vegan.bullerbyn

Manuela Prill Lokales

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