Verschollene Postbotin

Nürnberg: Darum schnüffelte der Archäologiehund nach Menschen-Knochen

Das "Original": NN-Redakteur Alexander Brock.
Alexander Brock

Lokales

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30.6.2022, 13:15 Uhr
Setzen große Hoffnung in den Archäologiehund Flintstone: Stephanie Pangerl (links) und Petra Prado auf der Suche nach ihrer vermissten Schwester Heidi im Reichswald.

© Alexander Brock, NN Setzen große Hoffnung in den Archäologiehund Flintstone: Stephanie Pangerl (links) und Petra Prado auf der Suche nach ihrer vermissten Schwester Heidi im Reichswald.

Petra Prado und Stephanie Pangerl wollen und können nicht aufgeben: Vor über achteinhalb Jahren ist ihre Schwester Heidi Dannhäuser aus Nürnberg-Fischbach spurlos verschwunden. Zum Joggen in den Wald soll sie aufgebrochen sein ließ Handy, Geldbeutel, Papiere zurück - und ist nicht wieder zurückgekommen. Die Mordkommission Nürnberg geht von einem Gewaltverbrechen aus. Bis heute ist der Fall ungeklärt. Über das Verschwinden der im Stadtteil beliebten Postbotin hat nordbayern.de mehrfach berichtet.

Findet der Hund die Überreste?

Jetzt stehen die Schwestern von Heidi im Reichswald bei Fischbach und setzen alle Hoffnung auf einen Vierbeiner: den Altdeutschen Hütehund namens "Flintstone". Sie haben den Archäologiehund mit seinem Herrchen, Dietmar Kroepel, engagiert, weil "Flint", wie sein Herrchen den Vierbeiner liebevoll nennt, eine ganz besondere Fähigkeit hat: Er kann Knochen von Menschen erschnüffeln, die bis zu zweieinhalb Meter im Erdreich liegen.

Vor allem die Polizei setzt Kroepel mit seinem Hund immer wieder ein, wenn sie in Fällen ermittelt, bei denen Menschen seit teils langer Zeit vermisst werden und es Gebiete gibt, in denen sie deren menschliche Überreste vermutet. "Wir haben bei bisher 39 Einsätzen 33 Cold Cases gelöst", sagt Kroepel.

Familie will Gewissheit

Die beiden Schwestern hoffen bei der Suche nun auch, dass Flint die Spur zu Heidi Dannhäuser aufnimmt. "Wir hoffen aber auch, falls Flintstone nichts findet, dass irgendjemand, der was weiß, das hier als Anstoß nimmt, Empathie zeigt und sich meldet. Es hängt eine ganze Familie dran, die möchte Gewissheit haben", sagt Stephanie Pangerl.

In vier festgelegten Gebieten im Wald hat der Archäologiehund dann gesucht. Gefunden hat er nichts. "Wir waren voller Hoffnung und fahren jetzt mit gemischten Gefühlen nach Hause", sagt Petra Prado. Aber Aufgeben kommt für die Schwestern nicht infrage. Einen kleinen Trost nehmen sie aber mit: In den abgesuchten Abschnitten liegen garantiert keine Überreste von Heidi Dannhäuser.

Die Hintergründe zur Suchaktion lesen Sie im ausführlichen Bericht auf NN.de.