Nürnberg im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs

2.1.2020, 06:36 Uhr
Seit 1943 flog die Royal Air Force regelmäßig Großangriffe auf Nürnberg, den verheerendsten am 2. Januar 1945, als 521 Flugzeuge ihre tödliche Fracht über der Altstadt abluden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Nürnberg zu 90 Prozent zerstört.
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Flammeninferno in den Straßen

Seit 1943 flog die Royal Air Force regelmäßig Großangriffe auf Nürnberg, den verheerendsten am 2. Januar 1945, als 521 Flugzeuge ihre tödliche Fracht über der Altstadt abluden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Nürnberg zu 90 Prozent zerstört.
"Wie eine Illustration des jüngsten Gerichtes" - so sah Nürnberg für einen Zeitzeugen kurz nach dem Bombenangriff des 2. Januar 1945 aus. Der Architekt Hermann Weber hat die Zerstörung auf Fotos dokumentiert. © Hermann Weber/Stadtarchiv Nürnberg

Das Luftbild aus dem Jahr 1927 zeigt wie Nürnberg vor den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs aussah. Verwinkelte Gassen und Plätze kennzeichneten die Altstadt bis zu ihrer Zerstörung.
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Luftbild1: Vor der Zerstörung

Das Luftbild aus dem Jahr 1927 zeigt wie Nürnberg vor den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs aussah. Verwinkelte Gassen und Plätze kennzeichneten die Altstadt bis zu ihrer Zerstörung. © Stadtarchiv Nürnberg

Eine Luftaufnahme der Nürnberger Innenstadt vom 11. April 1945. Die Gassen und Plätze sind verschwunden, kaum ein Haus hat noch ein intaktes Dach, Sebald ist eine Trümmersteppe.
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Luftbild 2: Dokumentierte Zerstörung

Eine Luftaufnahme der Nürnberger Innenstadt vom 11. April 1945. Die Gassen und Plätze sind verschwunden, kaum ein Haus hat noch ein intaktes Dach, Sebald ist eine Trümmersteppe. © Stadtarchiv Nürnberg

Doch schon in den Jahren zuvor war Nürnberg mehrmals Ziel alliierter Luftangriffe geworden. Hier der Blick durch den Celtistunnel nach einem Bombenangriff am 8. März 1943. Passanten gehen auf dem trümmerübersäten Trottoir.
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Deckung im Celtistunnel

Doch schon in den Jahren zuvor war Nürnberg mehrmals Ziel alliierter Luftangriffe geworden. Hier der Blick durch den Celtistunnel nach einem Bombenangriff am 8. März 1943. Passanten gehen auf dem trümmerübersäten Trottoir. © Dr. Wilhelm Kalb

8. März 1943: Die Trümmer eines abgeschossenen allierten Bombers liegen am Färbertor.
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Abgeschossener Bomber

8. März 1943: Die Trümmer eines abgeschossenen allierten Bombers liegen am Färbertor. © Dr. Wilhelm Kalb

Auch die Fürther Südstadt wurde bombardiert. Die Aufnahme zeigt die Amalienstraße nach einem Angriff in der Nacht zum 9. März 1943. 32 Todesopfer waren hier zu beklagen. Im Vergleich zu Nürnberg kam Fürth jedoch glimpflich davon.
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Auch Fürth leidet

Auch die Fürther Südstadt wurde bombardiert. Die Aufnahme zeigt die Amalienstraße nach einem Angriff in der Nacht zum 9. März 1943. 32 Todesopfer waren hier zu beklagen. Im Vergleich zu Nürnberg kam Fürth jedoch glimpflich davon. © Archiv Mayer

Die Karolinenstraße nach dem Großangriff von 674 englischen Bombern in der Nacht zum 28. August 1943.
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Die Karolinenstraße brennt

© Hermann Weber

Die Äußere Ziegelgasse nach einem Luftangriff. Aus den nackten Fensterlöchern leuchtet das grelle Licht der Flammen, Hilfskräfte versuchen den Brand mit Wasserschläuchen einzudämmen.
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Hilflose Feuerwehr

© Hermann Weber

Das Dach der Westhalle des Nürnberger Haupbahnhofs ist eingestürzt, auf den Gleisen liegt ein zerstörter Waggon unter den Trümmern einer Bahnsteigüberdachung.
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Bahnhofsdach eingestürzt

© DB Museum Nürnberg

 Zwei Feuerwehrler löschen nach einem Bombenangriff die rauchenden Trümmer auf dem Trödelmarkt. (undatiertes Foto)
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Trödelmarkt in Trümmern

© Hermann Weber

Hilfskräfte suchen nach Verschütteten in einem Bombentrichter.
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Suche nach Verschütteten

© NN-Archiv

Nach einem Fliegerangriff auf den Nürnberger Hauptbahnhof sammeln Arbeiter und Soldaten die Trümmer zusammen, setzen die Gleise wieder instand. Das Foto wurde aufgenommen am 31. März 1944.
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Gleise werden geflickt

© NN-Archiv

Die Ecke Tafelfeldstraße/Wiesenstraße nach einem Bombenangriff um 1944: Auf den Straßen liegen ausgerollte Feuerwehrschläuche, vor einem ausgebrannten Haus steht ein Löschwagen. Die ausgebombten Nürnberger haben Stühle, Kommoden und anderen noch brauchbaren Hausrat auf dem Bürgersteig zwischengelagert.
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Ausgebombt!

© Stadtarchiv Nürnberg

Der verheerende Angriff vom 2. Januar 1945 stellte alle bisherigen Angriffe in den Schatten. Die Bomben entfachten ein Inferno: Todbringende Flammen schlugen kurz nach der Angriffswelle aus allen Richtungen aus dem Gebäude der Victoria zu Berlin Allgemeine Versicherung AG, die ihren Sitz in der Königstraße 72 hatte.
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Die Victoria zu Berlin Allgemeine Versicherung in Flammen

Der verheerende Angriff vom 2. Januar 1945 stellte alle bisherigen Angriffe in den Schatten. Die Bomben entfachten ein Inferno: Todbringende Flammen schlugen kurz nach der Angriffswelle aus allen Richtungen aus dem Gebäude der Victoria zu Berlin Allgemeine Versicherung AG, die ihren Sitz in der Königstraße 72 hatte. © Stadtarchiv Nürnberg

Einen großen Flächenbrand und über 1000 weitere Großfeuer lösten die über 500 Maschinenen vom Typ Lancaster aus. Am Boden waren die Menschen machtlos gegen die Flammen, wie hier in der Königsstraße.
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Die Königsstraße

© NN-Archiv

Die Wölckernstraße nach dem Angriff vom 2. Januar 1945, das Wrack einer Straßenbahn steht zwischen den rauchenden Ruinen.
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Rauchende Ruinen

© Stadtarchiv Nürnberg

Hinter Trümmerbergen sieht man die Kaiserburg. In den freigeräumten Gassen schauen sich Menschen suchend um.
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Ratlos

© Stadtarchiv Nürnberg

Der Maffeiplatz ist mit Trümmern und Schutt übersät.
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© NN-Archiv

Von der mittelalterlichen Altstadt sind nur noch Trümmerberge übrig; sie ist unwiederbringlich verloren.
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Menschen auf Trümmerbergen

Von der mittelalterlichen Altstadt sind nur noch Trümmerberge übrig; sie ist unwiederbringlich verloren. © Aus dem Buch "Bomben auf Nürnberg"

Auch die Burg, hier von der Findelgasse aus gesehen, wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.
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Blick auf die Burg

© Nürnberger Hochbauamt

Zerstörung auf allen Seiten: Blick vom Sebaldusplatz zur Burg.
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Blick auf die Burg

Zerstörung auf allen Seiten: Blick vom Sebaldusplatz zur Burg. © Nürnberger Hochbauamt

Nur der in altfränkischem Stil gehaltene Hochbunker hat dem Bombenhagel standgehalten; er ragt aus den Ruinen  in der  Oberen Talgasse hervor.
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Nur noch der Bunker steht

© Ray D'Addario

Wenige Wochen später erobern amerikanische Truppen Nürnberg. Sie bewegen sich vorsichtig durch die zerstörte Stadt.
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Wenige Wochen später erobern amerikanische Truppen Nürnberg. Sie bewegen sich vorsichtig durch die zerstörte Stadt. "Durch die Laufer Gasse dröhnen die Panzer, die, sich nach allen Seiten sichernd, der Infanterie den Weg bahnend", schrieben die Nürnberger Nachrichten 1955 unter dieses Bild. © NN-Archiv

Amerikanische Infanteristen auf dem Weg zum
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© NN-Archiv

1946, Das Leben geht weiter. Auf den Trümmerhügeln in der  Kreuzgasse flattert die zum Trocknen aufgehängte Wäsche.
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Sebalder Trümmersteppe

© Nürnberger Hochbauamt

Die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Glocken der Sebalduskirche wurden neu gegossen und im November 1952 wieder eingesetzt.
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Glocken der Sebalduskirche

© NN/Max Hermann