Mittwoch, 25.11.2020

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Nürnberg: Neues Therapieangebot bei Legasthenie und Dyskalkulie

Der Arbeitskreis Legasthenie Bayern (AKL) eröffnet weiteren Standort - 14.11.2020 14:59 Uhr

Kindern, die an Legasthenie leiden, helfen kreativen Lernmethoden.

12.11.2020 © Foto: Arbeitskreis Legasthenie Bayern


Obwohl Kinder, die unter Legasthenie oder Dyskalkulie leiden, unauffällige Intelligenzwerte haben, fällt es ihnen schwer, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Oft kommt noch eine Konzentrationsstörung hinzu oder es liegt eine Kombination aus Lese- und Rechtschreibstörung und Rechenstörung vor.

Der Arbeitskreis Legasthenie Bayern (AKL) bietet Therapien seit gut 45 Jahren an. Im Freistaat betreuen derzeit etwa 70 speziell geschulte Therapeutinnen und Therapeuten rund 500 Kinder. Mit Nürnberg kommt nun ein weiterer Standort hinzu.

Eine emotionale Stütze sein

Die Psychologin Natalia Blazejewska hat in der Rieterstraße einen neuen Therapieraum eingerichtet und unterstützt Kinder, die mit Lesen, Schreiben und Rechnen Schwierigkeiten haben. Der Therapeutin legt Wert auf einen vertrauensvollen Beziehungsaufbau: "Die Kinder kommen oft mit vielen negativen Erfahrungen aufgrund ihrer Teilleistungsschwäche in die Therapie." Deshalb geht es der Psychologin auch darum, eine emotionale Stütze zu sein. "Für das Kind kostet es erst einmal Überwindung, die Schwäche zuzugeben. Das braucht Zeit und Vertrauen."

Zu Therapiebeginn schaut die Psychologin, welche Stärken und Fähigkeiten das Kind mitbringt. Daraus wird ein individueller Therapieplan entwickelt. So wird zum Beispiel die auditive Wahrnehmung, die räumliche Orientierung, das Textverständnis oder die Konzentrationsfähigkeit mit gezielten Übungen trainiert.

Motivation ist ungemein wichtig

"Kinder mit Legasthenie oder Dyskalkulie können genauso gut lernen wie andere Kinder", ist Blazejewska überzeugt. "Sie brauchen nur andere Reize, etwas mehr Zeit und kreative Lernmethoden." Es sei wichtig, die Motivation zu fördern, etwa indem man ihre Stärken betont. Das Ziel der Psychologin ist es, die Kinder "auf spielerische Art und Weise mitzunehmen, so dass sie gar nicht merken, dass sie an ihrer Schwäche arbeiten".

Eltern, die Bedenken haben, ob ihr Kind unter Legasthenie oder Dyskalkulie leidet, rät Blazejewska, die Probleme ernstzunehmen und sich regelmäßig mit den Lehrkräften auszutauschen. Ob wirklich eine Legasthenie oder eine Dyskalkulie vorliegt, diagnostizieren schließlich Ärzte.

Eine kostenfreie Beratung gibt es in der Geschäftsstelle des AKL unter der Telefonnummer 089/41 11 49-200 oder online unter www.akl-bayern.de

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