CSU drängt auf Entscheidung

Nürnberg: Sanierung des Opernhauses soll 500 Millionen Euro kosten

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21.10.2021, 10:00 Uhr
In die Kongresshalle sollen u.a. Büros, Garderoben und Übungsräume eingebaut werden

In die Kongresshalle sollen u.a. Büros, Garderoben und Übungsräume eingebaut werden © Christian Sperber

Andreas Krieglstein, Fraktionsvorsitzender der CSU, hält die Zeit für gekommen, dass sich die Opernhauskommission und der Stadtrat in den nächsten Wochen festlegen, wo die Interimsspielstätte für die Staatsoper hinkommt. Es soll auch einen Grundsatzbeschluss geben, dass das sanierte Opernhaus der Ort für die Staatsoper bleiben wird und dass kein Neubau an anderer Stelle geplant ist. Die Zeit drängt, denn 2025 wird das Opernhaus aus Sicherheitsgründen geschlossen. Bis dahin muss es eine Interimslösung geben.

Erste belastbare Kostenschätzung

Am Freitag soll die Kommission in ihrer Sitzung eine Empfehlung geben. Am 15. Dezember wird dann der Stadtrat entscheiden. Laut Krieglstein hat das Baureferat eine erste belastbare Kostenschätzung vorgelegt. Basis ist die Sanierung der Oper "Unter den LInden" in Berlin, die 470 Millionen Euro gekostet hat. Übertragen auf Nürnberg würde das zwischen 365 und 390 Millionen Euro an Sanierungskosten für das Opernhaus bedeuten.


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Für das Opernhausinterim in der Kongresshalle stehen 106 Millionen Euro im Raum. Rund 40 Millionen Euro für den eigentlichen Aufführungssaal, der im Innenhof der Kongresshalle errichtet werden soll, und 66 Millionen Euro für die Einbauten wie Büros, Übungsräume und Garderoben in der Kongresshalle. Die CSU hofft, dass der Freistaat 50 Prozent der Gesamtkosten übernimmt.

"Die Kostenschätzung kann nur ein Näherungswert sein", sagt Max Müller, CSU-Stadtrat. Wichtig sei dabei, dass das Raumprogramm für das Opernhaus und das Opernhausinterim festgelegt wird, und dass das geschnürte Paket nicht mehr aufgeschnürt wird. Müller sieht auch noch Chancen, die Kosten zu reduzieren, denn die Büros des Opernhauses müssen nicht im Sigmund-Schuckert Haus untergebracht werden.

Zustimmung der Denkmalpfleger

Für die CSU-Stadträtin Kerstin Böhm ist es sinnvoll, kein neues Opernhaus anzustreben: "Die Stadt müsste das bestehende Opernhaus, auch wenn es nicht saniert wird, unterhalten. Synergien mit dem Schauspielhaus sind nur am Richard-Wagner-Platz möglich."

An welcher Stelle das Opernhausinterim an die Kongresshalle andockt, soll noch diskutiert werden.

An welcher Stelle das Opernhausinterim an die Kongresshalle andockt, soll noch diskutiert werden. © Oliver Acker, NN

Für Krieglstein hat der Interimsstandort Kongresshalle den Vorteil, dass der Stadt das Grundstück gehört, also keine Mietzahlungen anfallen und es keine Komplikationen gibt, wenn die Sanierungszeit sechs, sieben oder acht Jahre dauert.


Neue Nutzung für die Kongresshalle


Es müssen dann keine Mietverträge geändert werden. "Es ist gleich, wie lange die Sanierung dauert", sagt Müller. Unterdessen hat auch das Landesamt für Denkmalpflege Zustimmung zur möglichen Nutzung der Kongresshalle als Ausweichspielstätte signalisiert.

Noch keine Festlegung bei der Nachnutzung

"Für die Kongresshalle spricht auch, dass der Innenhof schon versiegelt ist", sagt Krieglstein. Die Interimsspielstätte in der Kongresshalle soll nach Fertigstellung des Opernhauses für Künstler und kulturelle Zwecke genutzt werden. Was mit dem eigentlichen Aufführungssaal geschieht, soll nicht schon jetzt bestimmt werden.

"Es ist ein Verkauf, eine Versetzung oder eine kulturelle Nutzung denkbar", sagt Krieglstein. In den nächsten Monaten wird es Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung zu den Plänen geben. Wo genau der Aufführungssaal an der Kongresshalle hinkommt, steht noch nicht fest.

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