Nürnberger Forscher untersuchen Alterung von Barbie

24.2.2017, 15:27 Uhr
Alles wird irgendwann mal alt – das gilt auch für die Kult-Puppe Barbie. Wissenschaftler von der Technischen Hochschule Nürnberg haben deshalb erforscht, wie sich ihre Schönheit am besten konservieren lässt.

© dpa Alles wird irgendwann mal alt – das gilt auch für die Kult-Puppe Barbie. Wissenschaftler von der Technischen Hochschule Nürnberg haben deshalb erforscht, wie sich ihre Schönheit am besten konservieren lässt.

"Barbie" kommt allmählich in die Jahre, bald feiert die weltberühmte Puppe ihren 60. Geburtstag. Damit ihr Teint nicht verblasst und der Kunststoff nicht runzelig wird oder gar zerbröselt, hatten Spielzeugmuseum, Technische Hochschule Nürnberg und Sparkasse Nürnberg ein Forschungsprojekt vereinbart. 

Das Ergebnis: Um die makellose Schönheit der milliardenfach verkauften Puppe zu konservieren, braucht man eine sauerstoffarme Lagerung ohne UV-Licht. Die Temperatur muss vergleichsweise niedrig sein, Luftaustausch sollte vermieden werden. "Das sind nicht allzu neue Erkenntnisse", räumt Jens Pesch, TH-Professor für angewandte Chemie, ein, " aber der wichtigste Befund ist, dass viele verschiedene Kunststoffe im Lauf der Jahre eingesetzt wurden." Man muss also differenziert vorgehen und kann nicht ein Mittel für alles finden.

Hilfreiche Zusammenarbeit

Haare aus Polyamid, Kopf, Arme und Beine aus PVC - dieses Material wird bekanntlich gern bei Bodenbelägen verwendet - in Kombination mit unterschiedlichen Weichmachern und Stabilisatoren: Ein Team aus zehn Studenten rückte "Barbie" auf den Leib. Sie sezierten ein Exemplar von 1966 sowie drei weitere, erst wenige Jahre junge Plastikdamen. Die "Barbies" wurden zerlegt, mit Infrarot-Spektrometer untersucht und teilweise verbrannt (um ihre Entflammbarkeit zu testen).

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Für das Nürnberger Spielzeugmuseum war die Zusammenarbeit hilfreich: "Klassische Konservierung von Holz, Metall und Stoff - das können wir", meint Direktorin Karin Falkenberg, "aber bei Kunststoff erfahren wir noch viel Neues." An dem Forschungsprojekt, das die Sparkasse mit 3500 Euro gefördert hat, war auch das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum beteiligt, weil es ein großes Chemielabor besitzt. So konnten Polymere und Additive (Zusatzstoffe) eingehend begutachtet werden.

Das Vorhaben zielte vor allem auf Vorbeugung ab. Schließlich will man die Kunststoff-Spielwaren des 20. Jahrhunderts optimal im Museumsdepot aufbewahren. Über die Möglichkeiten, ob und wie man Polimere, Weichmacher, Stabilisatoren und Farbstoffe restaurieren kann, ist damit noch nichts gesagt - das wäre Thema eines weiteren Forschungsprojekts.

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