Nürnbergs Fernmeldeturm feiert Geburtstag - Wie geht's weiter?

10.8.2020, 05:35 Uhr
Wie es sich anfühlt, im Nürnberger Fernmeldeturm zu sein und auf die Stadt von oben zu blicken, konnten die Besucher des Museums für Kommunikation am Wochenende mithilfe der VR-Brille erleben.

Wie es sich anfühlt, im Nürnberger Fernmeldeturm zu sein und auf die Stadt von oben zu blicken, konnten die Besucher des Museums für Kommunikation am Wochenende mithilfe der VR-Brille erleben. © Foto: Ella Schindler

Der Nürnberger Fernmeldeturm gehört zum Stadtbild genauso dazu, wie die Burg, wenn auch erst in der jüngsten Geschichte. Doch immerhin: Am Samstag, 8. August, feierte das "Nürnberger Ei" seinen 40. Geburtstag. Bereits am Freitag konnten die Gewinner unserer Zeitungsverlosung den Turm besichtigen und an der Geburtstagsfeier in knapp 200 Metern Höhe teilnehmen. Auch Marcus König, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, war mit dabei.

Dabei hat König nicht nur den Geburtstagskuchen angeschnitten. Er schlug vor, das technische Bauwerk als Wahrzeichen Nürnbergs unter Denkmalschutz zu stellen: "Das haben schon Hamburg, Leipzig und Dresden mit ihren Fernsehtürmen gemacht. Das würde die Möglichkeit bieten, Denkmalschutzmittel für die Sanierung einzusetzen und so einen wirtschaftlichen Betrieb des Fernsehturms zu ermöglichen. Wenn ein Betreiber erst einmal für die Sanierungskosten des Fernsehturms aufkommen muss, dann rechnet sich der Betrieb finanziell nicht mehr. Mit dem Denkmalschutz können wir aber Rahmenbedingungen schaffen, die einen Betrieb als Gaststätte, Café oder Bar ermöglichen." König will seinen Vorschlag jetzt den Denkmalschützern unterbreiten.

Zumindest eine digitale Aussicht auf die Stadt vom Fernmeldeturm aus konnten alle Interessierten dann am Samstag und Sonntag im Museum für Kommunikation Nürnberg erleben. Dafür sorgten drei BR-Brillen, drei Computer und ein Panoramafoto. So konnten die Besucher den 270 Grad-Blick über die Stadt aus allen drei Aussichtsebenen des Turms genießen – dem ehemaligen Restaurant, dem Technik- sowie dem Antennenbereich, der sich im Turm ganz oben befindet. Zu sehen gab es auch einige Objekte, die einst im Fernmeldeturm ihren Einsatz hatten.

Zeitzeugen im Gespräch

Einiges zu erzählen hatten bei der Aktion im Museum am Samstag die beiden Zeitzeugen, deren beruflicher Alltag fest mit dem Bau und Betrieb des Fernmeldeturmes verbunden war. "Ich bin mit dem Turm gewachsen", sagte Gerhard Westenthanner im Gespräch. Der Nachrichtentechnik-Ingenieur war zum Zeitpunkt des Turmbaus im Bauherrenreferat tätig. Er war für die Übermittlung der Daten für die Bauvorgaben zuständig und erinnert sich gerne an diese Zeit zurück: "Es war ein großer Wille da, den Bau gemeinsam zum guten Abschluss zu bringen. Das Geld war nicht knapp und wir haben alles geschafft."

Nach drei Jahren Bauzeit wurde der Turm am 8. August 1980 eröffnet. Westenthanner übernahm dann eine andere Aufgabe, führte aber für Fachpersonal und Geschäftspartner auch Führungen im technischen Bereich des Turmes durch. Auch Rainer Eck hat früher jede Menge Arbeitszeit im Fernmeldeturm verbracht. Der heute 72-Jährige hat dort Seminare rund um Aufbau und Betrieb von Antennenanlagen abgehalten.


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Aber für besondere Höhepunkte sorgten vor allem die Geschäftsessen im Restaurant des "Nürnberger Eis", bei denen der technische Fernmeldeamtmann immer wieder dabei war. "Es war eine Begegnung auf Augenhöhe mit den Vertretern anderer Firmen. Wir waren sehr stolz auf unseren Fernmeldeturm, der höher war als der Turm in München.", so Eck.

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