Präsentation am Airport

Nürnbergs Werkfeuerwehr gestern und heute: Neues Buch beleuchtet die Geschichte

9.8.2021, 11:02 Uhr
Das neue Buch wurde am Airport präsentiert. 

Das neue Buch wurde am Airport präsentiert.  © ToMa

Die wunderbaren knallroten Feuerwehrautos üben nicht nur auf Kinder eine magische Anziehungskraft aus. Auch Erwachsene bekommen bei ihrem Anblick große Augen. 1.000 PS hat das imposante Feuerwehrauto – Wert eine Million, das vor dem Flughafengebäude abgestellt war, als spektakuläre Kulisse für die Vorstellung des Buches "Werkfeuerwehren Nürnberg".

Der gebundene Band ist reich bebildert. Eingebettet in Aufnahmen der gesamten Fahrzeugpalette der Nürnberger Feuerwehr von den Anfängen bis zu den hochmodernen Fahrzeugen von heute, wird die Historie der Werkfeuerwehren und die damit eng verknüpfte Industriegeschichte Nürnbergs erzählt. Neben den Freiwilligen Feuerwehren und der städtischen Feuerwehr entstanden Ende des 19. Jahrhunderts in Nürnberg die ersten Fabrikfeuerwehren (heute Betriebs- und Werkfeuerwehren) bei AEG, Bosch, Grundig, Triumph, Quelle, Post und Bahn sowie der US Army.

Die 1899 gegründete Siemens Werkfeuerwehr gilt als eine der ältesten in Europa und von Siemens weltweit. In dem vorgestellten Buch findet sich allerdings ein Beitrag über eine bereits 1893 gegründete Fabrikfeuerwehr der von 1829 bis zum Zweiten Weltkrieg bestehenden Kammfabrik Probst. Auslöser für die Gründung der "Freiwillige Fabrikfeuerwehr der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, vormals Schuckert & Co" - heute Siemens - waren mehrere kleine Brände in den Jahren 1897 und 1898. Zur Gründerversammlung kamen 49 Fabrikangehörige, die bereits nebenberuflich Feuerwehrdienst in den Städtischen Freiwilligen Feuerwehren Nürnbergs leisteten. Breiten Raum nimmt in dem Buch die Werkfeuerwehr Flughafen Nürnberg ein. Ihre Geschichte beginnt 1955 mit der Eröffnung des Flughafens Nürnberg.

Auch die Quelle hatte ihre eigene Werkfeuerwehr.

Auch die Quelle hatte ihre eigene Werkfeuerwehr. © Bernd Franta, NNZ

"Die Flugzeuge bestanden zu dieser Zeit vorwiegend aus Holz und das gelagerte Flugbenzin stellte ein Gefahrenpotential dar", ist dem Buch zu entnehmen. Die Werkfeuerwehr Flughafen Nürnberg gehört zum Flughafen wie der Tower, die Terminals und die Sicherheitskontrolle. Wie Leiter Matthias Reumann, ausführt, obliegt den zwei weibliche und 64 männlichen Feuerwehrleuten neben Brandprävention und -bekämpfung auf dem Areal des Flughafens die medizinische Erstversorgung sowohl der Fluggäste als auch der rund 4000 Beschäftigten in der "kleinen Stadt Flughafen".

2019 seien um die 700 Erstversorgungseinsätze gezählt worden, von der kleinen Schnittwunde bis zur Entbindung. Echte Brände seien nicht vorgekommen. Über viele Jahre haben die Fotografen Rainer Zech, Bernd Franta und Patrick Sturm Feuerwehrfahrzeug vor die Linse genommen.

Die zum Teil einmaligen Einblicke verdanken sie, wie sie betonen, der guten Zusammenarbeit mit den Leitern der Werkfeuerwehren. Autor Josef Klug ist Berufsfeuerwehrmann; Zech engagiert sich ehrenamtlich im Feuerwehrmuseum; Frantas Verbindung zu Nürnberger Feuerwehr ergab sich über den Modellbau; Sturm ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg Worzeldorf und beruflich im betrieblichen Brandschutz eines Nürnberger Unternehmens tätig.

"Werkfeuerwehren Nürnberg" Bernt Franta, Josef Klug, Patrick Sturm, Rainer Zech; ISBN 978-3-86133-984-7 Verlag Podszun

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