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Pegida in Nürnberg: Bündnis-Nazi-Stopp plant Gegendemo

Verkehrsbehinderungen am Freitag - 50. Kundgebung der rechten Gruppe - 17.02.2017 13:12 Uhr

Am Freitagabend will Pegida Nürnberg zum 50. Mal in Nürnberg marschieren. © Roland Fengler


Es ist seit zwei Jahren die 50. Kundgebung einer extrem rechten Gruppe in Nürnberg. In München haben im selben Zeitraum rund 70 rechte Organisationen Demonstrationen angemeldet. Was allerdings auf solchen Veranstaltungen gesagt wird, treibt Demokraten den kalten Schweiß auf die Stirn. Gernot Tegetmeyer etwa, Anmelder hiesiger Pegida-Kundgebungen, hat am 21. Dezember 2016 in Fürth wieder tief in die fremdenfeindliche Kiste gegriffen. "Wenn ihr (Angehörige islamischen Glaubens; Anm. d. Red.) uns zu sehr reizt, dann werden wir diesmal auch nicht am Bosporus haltmachen und wir werden weitergehen und unter Umständen werden wir sogar eure heiligen Stätten vernichten!" (Quelle: YouTube).

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Pegida steht im Dunkeln, Verdi sorgt für Gegenwind

Rund 90 Menschen kamen zur Pegida-Demo am Freitagabend am Prinzregentenufer. Auf der von Verdi organisierten Gegendemo stellten sich ihnen 200 Demonstranten entgegen. Während die Gegendemonstranten von der Polizei gut ausgeleuchtet waren, stand Pegida ziemlich im Dunkeln.


Aus Sicht des Nürnberger Bündnisses Nazi-Stopp sind das Sätze, die mit Blick auf den Straftatbestand der Volksverhetzung geprüft werden müssten. NS-Begriffe wie "Umvolkung" und "Überfremdung" gehören mittlerweile zum gängigen Sprachgebrauch der rechten Redner. ver.di-Gewerkschaftssekretär Ulli Schneeweiß sieht darin eine große Gefahr, nach dem Motto: Lasst Worten Taten folgen. "Für extrem rechte Gruppen war und ist der Kampf der Straße der Weg an die politischen Schaltstellen." Man dürfe deshalb diese Gruppen in der Öffentlichkeit nicht alleine agieren lassen.

Ulli Schneeweiß und Birgit Mair vom Bündnis Nazi-Stopp rufen aus diesem Grund zur Gegendemonstration am Freitag, 17. Februar, auf. "Es wird auch eine akustische Überraschung geben", kündigt Schneeweiß an. Um 18.30 Uhr startet das Bündnis seine Gegenkundgebung am Rathenauplatz. "Rechtspopulismus ist nicht nur eine vorübergehende Modeerscheinung, sondern Türöffner für Nazis und Rassisten", ist Mair überzeugt.

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Die Polizei hat auch wieder alle Hände voll zu tun, um den Verkehr umzuleiten und die Gruppen voneinander zu trennen. Den Auftakt macht Pegida am Maxtorgraben. Ab etwa 20 Uhr setzt sich der Zug vom Laufer Tor über den Maxtorgraben, die Tuchergartenstraße, Meuschelstraße, Krelingstraße, Schweppermannstraße zum Kaulbachplatz fort. Spätestens um 22 Uhr endet die Kundgebung. Auf der Strecke wird es nach Angaben der Polizei zu Straßensperren kommen. Die Polizei bittet darum, die Demonstrationsroute weiträumig zu umfahren.

Alexander Brock

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