13°

Freitag, 18.10.2019

|

Pegida-Redner Cran: "Islam ist Bedrohung für Freiheit"

Nürnberger äußert sich zu seinem Engagement für die Islamfeinde - 01.02.2016 17:07 Uhr

Ernst Cran bei einem seiner umstrittenen Pegida-Auftritten. © Screenshot Youtube


Der aus der evangelischen Kirche ausgetretene Theologe in Nürnberg und Dresden fungierte als Redner bei Pegida-Demonstrationen. Seinen Posten im Vorstand des Berufsverbandes der Trauerredner musste er nach Bekanntwerden dieser Aktivitäten aufgeben. Der 59-Jährige hat sich jetzt in einem Interview zu seinen Beweggründen geäußert, bei Pegida mitzumachen.

Hauptgrund ist für Cran die drohende Islamisierung Deutschlands. Im Islam sieht der Theologe eine Bedrohung der freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsform. Wie im Faschismus behaupteten dessen Anhänger, im Besitz einer "absoluten Wahrheit" zu sein. In diesem Fall stehe er auf der Seite "von Freiheit und aufgeklärter Humanität gegen ideologische Bevormundung im Namen von Religion und ihrer Hüter".

"Religionen abschaffen"

"Keine Religion hat das Recht, über das Leben des Einzelnen und seine Gestaltung im Zusammenleben zu bestimmen; in einer demokratischen Staatsform schon gleich gar nicht", meint der freie Trauerredner weiter. Das gelte für das Christentum genauso wie für den Islam. Wenn es in seiner Macht stünde, würde er am liebsten alle Religionen abschaffen.

Cran bekennt sich allerdings ausdrücklich auch zu anderen Positionen der Pegidabewegung, etwa zur Stärkung der Nationalstaaten, Aufstockung der Polizei oder zu einer Normalisierung des Verhältnisses zu Russland. Homophobe Tendenzen bei Pegida lehnt er dagegen ab. Zur Flüchtlingsfrage will sich Cran als Theologe nicht dezidiert äußern. Den Slogan "Lügenpresse" würde er lieber durch "Lückenpresse" ersetzt sehen.

Zu den Auseinandersetzungen im Berufsverband der Trauerredner will Cran dagegen keinen Kommentar abgeben. Die Entscheidung des Nürnberger Stadtkämmerers, von Seiten der Friedhofsverwaltung keine Trauerrednerliste mehr zu veröffentlichen, sieht der 59-Jährige gelassen: "Die Rednerliste der Stadt Nürnberg war für meine Arbeit noch nie entscheidend; sie wird es auch künftig nicht sein."

Das gesamte Interview können Sie im Vipraum-Blog unter nz.de/vip nachlesen.

vip

13

13 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg