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Rätsel gelüftet: Das steckt hinter dem Herz über Nürnberg

Kunstwerk am Himmel verzückte am Sonntagnachmittag die Stadt - 09.04.2017 20:23 Uhr

Es war ein Frühlingstag, wie er im Buche steht: Bei Temperaturen um die 20 Grad zog es gefühlt die gesamte Stadtbevölkerung ins Freie: Parks, Eisdielen und Spielplätze waren voll von sonnenhungrigen Nürnbergern. Wer konnte, machte sich einen schönen Tag. Als dann auch noch ein unbekannter Romantiker ein Herz in den Himmel malen ließ, zauberte das vielen Nürnbergern ein Lächeln auf die Lippen.

Hunderte hielten mit der Kamera drauf und posteten ihr Foto vom Himmelsgemälde unter einen Facebook-Beitrag der Nürnberger Nachrichten. So unmissverständlich das Herz seine Botschaft der Liebe verbreitete, so unklar war der Zusatz, der etwas versetzt unter dem Herz in die Luft geschrieben war. 

Stand da "Linda Kremer"? Oder "Krämer"? War das ganze ein ziemlich publikumswirksamer Heiratsantrag? Und wenn ja, hat Linda "ja" gesagt? Oder stand da "Sandra"? Ein Facebook-Fan der Nürnberger Nachrichten vermutete "Honda Kremer" hinter der Botschaft - auch wenn es einen solchen Autohändler in Nürnberg gar nicht gibt. Wieder andere sprachen reflexartig von Chemtrails, wie das im Internet eben so ist. 

Die Flugsicherung konnte am Sonntag wenig Erhellendes beitragen. Eine solche Aktion müsse genehmigt werden, hieß es zwar auf Anfrage - wer dahinter steckt, konnte sie aber nicht sagen. Auch am Airport Nürnberg ist laut einer Sprecherin am Sonntag kein entsprechendes Flugzeug in die Luft gegangen.

Ein Leser von nordbayern.de gab schließlich den entscheidenden Tipp: Das Herz wurde von Gerhard Schilling in die Luft gemalt, der das beruflich macht. "Die Himmelsschreiber" heißt sein Unternehmen im Nürnberger Land, für einen vierstelligen Betrag schreibt es Botschaften in die Luft - mit Babyöl. In den heißen Flugzeugauspuff gespritzt, verdampft die Substanz zu weißen Wolken.

Ja, es war ein Heiratsantrag, sagt Schilling. Und der Text unter dem Herz? Stand da "Linda"? "Da sind Sie schon ziemlich nah dran", so Schilling geheimniskrämerisch auf Nachfrage. Er hoffe nur, dass wenigstens die Auserwählte ihren Namen hat entziffern können. Nürnberg war jedenfalls verzückt - so oder so.

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