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Regenfeste Radler: Critical Mass in Nürnberg verlief friedlich

Die letzte Rad-Demo Ende Juli war von der Polizei aufgelöst worden - 28.08.2020 21:43 Uhr

Zur Critical Mass am Freitagabend trafen sich diesmal wieder über 100 Radler – trotz der unbeständigen Wetterlage. Zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kam es diesmal nicht.

28.08.2020 © Foto: Michael Matejka


Nach der Eskalation bei der letzten Critical Mass Ende Juli, bei der Beamte die Versammlung aufgelöst, Personalien aufgenommen und schließlich bei elf Teilnehmern die Luft aus den Reifen gelassen hatten, liefen diesmal im Vorfeld Gespräche. Wie Robert Pollack, Leiter des Ordnungsamts, betont, gehe es weder ihm noch der Polizei darum, die Critical Mass grundsätzlich zu verhindern. Man wolle und müsse jedoch für einen rechtlich abgesicherten Rahmen sorgen.

 "Vollkommen friedlich und störungsfrei"

So wurde die Versammlung am Freitagabend von der Polizei begleitet und abgesichert. An der Meistersingerhalle versammelten sich laut Polizeipräsidium Mittelfranken bis 18 Uhr etwa 60 Teilnehmer, die dann gemeinsam zum Richard-Wagner-Platz fuhren. Dort schloss sich der zweite Teil der Bewegung an. Die anschließende Tour durch Nürnberg mit rund 300 Teilnehmern verlief laut Polizei "vollkommen friedlich und störungsfrei".

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Critical Mass trotz Corona: Friedlicher Radprotest in Nürnberg

Keine platten Reifen, keine Absage: Mehr als 100 Fahrradaktivisten trafen sich am Freitag nach einem Regenguss zur Critical Mass an der Meistersingerhalle. Obwohl die Veranstaltung auch diesmal nicht beim Ordnungsamt angemeldet worden war, verlief alles friedlich. Die Polizei begleitete die Radler quer durch die Stadt.


"Das kooperative Verhalten der Fahrradfahrer und die Gesprächsbereitschaft im Vorfeld haben wesentlich zu diesem Verlauf beigetragen und könnten einen Wegweiser für die Zukunft darstellen", heißt es seitens der Polizei. 

Die vorherige Bekanntgabe von Zeit, Start und Ziel allerdings widerspricht dem Selbstverständnis der Critical Mass: "Wir brauchen keine Veranstalter, keine Leitung, keine hierarchische Organisation und keine geplante Strecke", heißt es in einem Facebook-Eintrag von Insidern. Die Schwarmintelligenz und kurzfristigen Informationen über die sozialen Netzwerke sind aus ihrer Sicht völlig ausreichend. "Wir hoffen dennoch", so Robert Pollack, "dass wir einen Anstoß für eine Kooperation geben konnten, um uns schrittweise anzunähern."

Eine Polizeisprecherin betonte im Vorfeld, ein Eingreifen der Polizei sei nicht vorgesehen, wenn der Ablauf reibungslos vonstatten gehe. Die Critical Mass selbst bat ihre Teilnehmer vor der aktuellen Veranstaltung, sich nicht im Pulk zu versammeln. Sie sollten stattdessen fließend im Vorbeifahren dazukommen und genügend Abstand zueinander halten.

Der Polizei-Einsatzleiter Andreas Belger betonte später, dass der Kooperationswille von Critical Mass erkennbar gewesen sei.

rus/jule/sieb

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