Rückkehr der Linie 9 wird lautstark gefordert

9.2.2012, 07:59 Uhr
Immer geradeaus: Von der Bucher Straße biegt vorerst  keine Straßenbahn mehr in die Pirckheimerstraße ab.

© Mark Johnston Immer geradeaus: Von der Bucher Straße biegt vorerst keine Straßenbahn mehr in die Pirckheimerstraße ab.

„Wir hatten nicht gedacht, dass das Chaos nach der Einstellung der ,9‘ so groß wird“, sagt Grünen-Stadträtin Christine Seer zur Entwicklung des Nahverkehrs in der Nordstadt. Mit der U3-Verlängerung bis zum Friedrich-Ebert-Platz am 10.Dezember kam das Aus für die Straßenbahn durch die Pirckheimerstraße.

Bis kurz zuvor war gerungen worden, ob die „9er“ wenigstens temporär erhalten werden kann. Die Grünen forderten, dass sie noch so lange verkehrt, bis wenigstens die Stadtbahn von Thon nach Buch fährt. Wie berichtet, wird der Ausbau der Linie 4 wegen Nachbesserungen im Planfeststellungsverfahren nicht vor 2013 beginnen.

Angesichts solch trüber Aussichten wollen die Grünen umso intensiver für eine befristete Rückkehr der Linie 9 kämpfen. Klar ist: Morgens und mittags sind U3-Züge ebenso wie die Buslinien 46 und 47 oft so rappelvoll, dass Schulkinder warten müssen und zu spät zum Unterricht kommen. Sehr zum Ärger aller Beteiligten. VAG-Sprecherin Stefanie Dürrbeck räumt das Problem zwischen 7 und 8 Uhr ein. Sie betont aber, „dass es läuft, sofern es keine Verzögerungen oder Zwischenfälle gibt“.

Doch die sind an der Tagesordnung, wie Seer ebenso weiß wie Tobias Schmidt, Vorsitzender des Vorstadtvereins Nord und der CSU-Nord. Da die Linie 4 in der Bucher Straße regelmäßig von Autos ausgebremst wird, gerät der gesamte Zeit-Takt aus den Fugen. Zur Abhilfe wurde bereits ein weiterer „4er“-Zug eingesetzt, was laut VAG mit rund 100000 Euro pro Jahr zu Buche schlagen wird. Weitere „Entlastungslinien“, so Dürrbeck, seien nicht im Einsatz.

Im Rathaus gehen die Ansichten auseinander. Die SPD hat für den Verkehrsausschuss am 1.März „klare Daten“ gefordert, inklusive Informationen zu den Geschäftsleuten in der Pirckheimerstraße. „Wir nehmen das ernst“, sagt Fraktionschef Christian Vogel zu den Klagen der Händler, denen mit der Linie 9 die Laufkundschaft abrupt weggebrochen ist.

Diskussion zum Thema

Um dieses Thema dreht sich auch eine Diskussion der CSU Maxfeld-Schoppershof und Altstadt-Mitte am Donnerstag, 9.Februar, die um 19.30 Uhr in der Gaststätte „Zum wilden Jäger“, Reichstraße 17, beginnt.

Tobias Schmidt hat mit mehreren Betroffenen bei der Haltestelle „Maxfeldstraße“ gesprochen, was ihn besorgt gemacht hat. Er hält es für sinnvoll, über eine veränderte Buslinie durch die Nordstadt nachzudenken, die auch entlang der Pirckheimerstraße rollt. Zugleich unterstützt er die An-

regung des Nordstadt-Arbeitskreises, der sich kürzlich dafür ausgesprochen hat, die „9er“ zumindest morgens zweimal zur Entlastung durch die Pirckheimerstraße fahren zu lassen. Zu klären wäre hierfür noch die Kostenfrage. 400000 Euro hat die VAG errechnet, Kostet es, wenn die 9er werktags von 6 bis 20 Uhr und samstags von 9 bis 20 Uhr unterwegs wäre.

Für Aufregung sorgt derweil hinter den Kulissen das Gerücht, dass die VAG den elektrischen Fahrdraht für die Straßenbahn abbauen will. Nach einem Stadtratsbeschluss muss dieser ebenso wie Schienen und Beschilderung vorerst erhalten bleiben — damit eine Rückbesinnung möglich ist.

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