Schub für Radverkehr: Nürnberg will Flickenteppich beseitigen

1.10.2020, 07:20 Uhr
Verbesserungen an zwölf Radwegen könnten noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden.

Verbesserungen an zwölf Radwegen könnten noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. © NN

Zukunftsweisend ist ganz besonders das Netz mit 17 sogenannten Radvorrangrouten, die gezielt im ganzen Stadtgebiet entstehen sollen. Diese Hauptverbindungen, die zum Großteil vom Stadtrand ins Zentrum führen, sollen möglichst in den nächsten fünf bis zehn Jahren gezielt ausgebaut werden.

Zentral ist dabei das Schließen von Lücken bei bestehenden Radwegen – wie zum Beispiel in der Fürther Straße, Bayreuther Straße, Rothenburger Straße oder am Mittleren Ring.

Mehr Wegweiser und mehr Fahrradständer

"Wir satteln was drauf", betonte SPD-Stadtrat Nasser Ahmed. Insgesamt sprach er von einem "großen Wurf", weil hinter dem "Spider-Map"-Projekt der Anspruch stehe, den vorhandenen Flickenteppich zu beseitigen. Von einem "ambitionierten Ziel" sprach Grünen-Stadtrat Maik Bock, der ebenso wie Jan Gehrke (Ödp) auf die Finanz- und Prioritätenfrage beim anstehenden Ausbau hinwies. Für SPD-Stadträtin Yasemin Yilmaz spielen wie für ihren CSU-Kollege Max Müller die passenden Markierungen eine wichtige Rolle, damit auch weniger ortskundige Radfahrer die Vorrangrouten finden werden.

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Die Notwendigkeit von ausgewiesen Hauptradwegen erklärte Baureferent Daniel Ulrich mit den Erfahrungen beim Generalstreik der Nahverkehrsbetriebe. Leute, die kurzfristig aufs Rad umgestiegen waren, kannten sich im Netz nicht aus, weshalb viele Protestbriefe bei ihm landeten.


Masterplan der Stadt: So soll Nürnberg radfreundlich werden


Damit es bei der Infrastruktur vorangeht, hat das Baureferat auch eine aktuelle Prioritätenliste für das Radverkehrsnetz vorgestellt – mit insgesamt 78 Punkten, die langfristig abgearbeitet werden sollen. Im Gegensatz zu früher wird nun in Kooperation mit dem Runden Tisch Radverkehr, an dem neben Verwaltung und Stadträten Vertreter von Fahrradverbänden sitzen, die Wichtigkeit der Maßnahmen bewertet und abgestimmt.

2020 wird noch kräftig gebaut

Oben stehen zum Beispiel Verbesserungen in der Pillenreuther Straße, Rollner-, Gibitzenhof- und Humboldtstraße oder am Nordwestring. Wohin noch Mittel des Fünf-Millionen-Euro-Etats für den Radwegebau im Jahr 2020 fließen werden, ist momentan noch ganz klar. Laut Ulrich müssen nicht zuletzt die Ausschreibungen der Arbeiten abgewartet werden. Auf der To-do-Liste für 2020 finden sich insgesamt zwölf Radwege und drei Fahrradstraßen; als letztes soll in diesem Jahr noch das Projekt in der Muggenhofer Straße realisiert werden (Kosten: 390.000 Euro).

Die Hälfte der Punkte im Verkehrsausschuss drehten sich gestern um den Radverkehr. Neue Radständer in der Altstadt (300 an 65 Orten) gehörten zu den guten Nachrichten. 2021 folgt in Gostenhof und 2022 in St. Johannis die E-Partizipation zum Thema Radabstellplätze. Ein neues Radwegstück Hinterm Bahnhof zur Allersberger Straße ist ebenso beschlossen worden wie Verbesserungen am Marientorgraben beim Hübnerstor. Und wenn alles gut läuft, gibt es 2025 am Plärrer rundum einen Radweg.

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