N-Ergie-Kunden berichten von unseriösen Angeboten

So wehrt man sich gegen Werbeanrufe

Sabine Ebinger
Sabine Ebinger

Lokales Nürnberg

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21.2.2022, 10:00 Uhr
Unerwünschte Werbeanrufe sind ein Ärgernis - doch man kann sich dagegen wehren. 

© Christin Klose, dpa-tmn Unerwünschte Werbeanrufe sind ein Ärgernis - doch man kann sich dagegen wehren. 

Von Anfang an hatte die Nürnbergerin, die ihren Strom von der N-Ergie bezieht, ein komisches Gefühl. Das Telefon klingelte, ein Mann, der sich als Mitarbeiter "der Energie" ausgab, war dran - und verbreitete Hektik. Er sei beauftragt, die Abrechnung zu machen und müsse jetzt sofort die Zählernummer des Stromzählers wissen.

Druck aufgebaut

Schnell baute der Anrufer Druck auf. "Er sagte: Wir haben Sie angeschrieben, Sie haben nicht reagiert", berichtet die Frau. Man habe einige Minuten hin und her diskutiert. Schließlich outete sich der Anrufer als Mitarbeiter der "Energiezentrale Berlin" - und wollte die Frau zu einem Vertragswechsel überreden. "Das war schon sehr dreist."


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Das ist kein Einzelfall, wie Michael Enderlein, Pressesprecher der N-Ergie, berichtet: "Das ist ein Dauer-Thema". Regelmäßig meldet sich irritierte Kundschaft bei der N-Ergie Aktiengesellschaft, weil sie ungebetene Anrufe zu ihrer Energieversorgung erhalten haben. "Zum Jahreswechsel hat sich das sehr gehäuft." Mehr als 100 besorgte Nachfragen pro Monat gehen hier ein.

Meist handelt es sich um vermeintlich günstigere Angebote für Strom oder Erdgas. Oft behaupten die Anrufer, dass sie mit der N-Ergie kooperieren. Doch das stimmt nicht: Es geht darum, einen neuen Vertrag abzuschließen mit vermeintlich günstigen Konditionen - die sich beim Lesen des Kleingedruckten als doch nicht so gut entpuppen. Die N-Ergie informiert dazu: "Wenn dann die Bestätigung des neuen Anbieters mit keineswegs günstigeren Preisen eintrifft, hilft nur noch der schnelle Widerruf des ungewollten neuen Vertrags."

Irritierte Kunden

Nur in Ausnahmefällen frage die N-Ergie telefonisch nach der Stromzählernummer - etwa bei Unklarheiten infolge eines Umzugs. Wie Enderlein sagt, ist die „Energiezentrale Berlin“ ein Vermittler von Energielieferverträgen. Die Kundschaft der N-Ergie habe "bereits in mehreren Fällen von Telefonanrufen dieses Unternehmens berichtet, die sie als irritierend wahrgenommen haben".

Die „Energiezentrale Berlin“ schreibt auf ihrer Homepage, dass Privatkunden "zur Zeit massiv durch ein oder mehrere Callcenter angerufen werden, welche sich als Energiezentrale vorstellen und auf unsere Webseite verweisen". Doch man sei nicht dafür verantwortlich: "Weder führen wir telefonische Kundenakquise bei Privathaushalten durch, noch schließen wir Verträge am Telefon ab. Wir beraten ausschließlich nach persönlich vereinbartem Termin, vor Ort."

Aber wie soll man sich verhalten, wenn man derartige Werbeanruf erhält? Die N-Ergie rät, nach Firmenname, Name und Grund des Anrufs fragen. Oft melden sich die Anrufer unverständlich. Diese Informationen seien auch wichtig, falls es zu einer offiziellen Beschwerde kommt.

Gut zu wissen: Die N-Ergie ruft nicht mit unterdrückter Nummer an und bietet keine telefonischen Vertragsabschlüsse an. Die Alarmglocken sollten schrillen, wenn jemand am Telefon nach Kunden-, Rechnungs- oder Zählernummern fragt: Die N-Ergie kennt die Zählernummer ebenso wie die Höhe des Abschlags oder der Rechnung und fragt nicht danach. Das Unternehmen gibt keine Daten der Kundschaft an andere Firmen weiter.

Und was kann man tun, wenn man sich gegen einen Werbeanruf wehren möchte? Die N-Ergie rät: "Wer eine Vertragsbestätigung erhält, ohne bewusst einen Vertrag abgeschlossen zu haben, sollte diesen direkt beim neuen Anbieter innerhalb von 14 Tagen schriftlich widerrufen."

Die Bundesnetzagentur hat auf ihrer Website ein Beschwerdeformular für unerlaubte Werbeanrufe oder E-Mails hinterlegt - unter www.bundesnetzagentur.de auf "Verbraucherportal" gehen, dann auf "Anfragen und Beschwerden" und "Ärger mit Rufnummern und Anrufen" gehen.

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