24°

Samstag, 08.08.2020

|

Spenden für Oskar: Franken-Hilft ist jetzt offiziell gemeinnützig

Der Verein möchte sein Engagement weiter ausbauen - 09.01.2020 17:25 Uhr

Club-Fans hatten auf ihr Becherpfand verzichtet. Im Max-Morlock-Stadion überreichten Andreas Brandl, Vorstandsmitglied des Vereins Franken-Hilft, und David Bartlitz (vorne links) den Spendenerlös an den kleinen Oskar und seine Mutter Janina.

© Foto: Franken-Hilft


Herr Brandl, was bedeutet es für den Verein Franken-Hilft, als gemeinnützig zu gelten?

Andreas Brandl: Für uns als gemeinnützigen Verein ist es ein absoluter Meilenstein, den Status der Gemeinnützigkeit bekommen zu haben. Man kann natürlich immer sagen: Ich sammle Spenden und gebe sie weiter. Das darf in unserem Land jeder. Aber wirklich zu sagen: Ich bin berechtigt dazu und wenn du willst, stelle ich dir eine Spendenquittung aus – das ist schon etwas ganz Besonderes.

Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich dadurch gegenüber den Anfängen?

Brandl: Bei unserer ersten Spendenaktion für Lina haben wir das alles noch privat gemacht. Ein halbes Jahr später wurden wir von Leuten, Institutionen und Firmen angeschrieben, dass sie noch eine Spendenquittung brauchen. Ihnen mussten wir sagen, dass wir das gar nicht durften. Seit dem 1. Januar können wir jetzt endlich für alle Umsätze eine Spendenquittung ausstellen.

Wie geht es dem ebenfalls an DIPG erkrankten sechsjährigen Oskar, für den Franken-Hilft seit geraumer Zeit sammelt?

Brandl: Er war zur Behandlung in einer Spezialklinik. Auch wenn man es natürlich nicht gerne sagt, kann man seine Krankheit ja leider nur etwas aufhalten. Wir versuchen, ihm mit unseren Mitteln noch möglichst viele schöne Tage zu ermöglichen. Die Eltern sind jetzt umgezogen und leben nicht mehr in der kleinen Wohnung in der Nürnberger Innenstadt, sondern etwas außerhalb. Wenn man ihn so beobachtet, geht es ihm da gut. Er genießt das.

Wie wird der Sechsjährige derzeit konkret unterstützt?

Brandl: Wir haben die Aktion "Spendet für Oskar", die im Stadion die Initiative "Nordkurve für Nürnberg" mit einer Becherspendenaktion unterstützt hat. Ein weiterer Meilenstein: Wir waren bei der Weihnachtsspendenaktion der Ultras dabei. Dass wir bei jedem Heimspiel auf der Anzeigetafel genannt werden, ist auch eine Besonderheit.

Welche Projekte treibt Franken-Hilft noch voran?

Brandl: Neben der Hilfe für Oskar sammeln wir Spenden für die Forschung an DIPG, die Fortschritte macht. Wir haben es so aufgeteilt, dass man bei uns über das Kennwort spenden kann. Geld mit dem Verwendungszweck "Oskar" geht an den kleinen Oskar, Spenden mit dem Stichwort "Lina" kommen der DIPG-Forschung zugute. Das nächste große Thema wird die Wundheilung. Man bekommt das immer gar nicht so mit, aber es gibt so viele Patienten mit einer Wunde, die nicht örtlich versorgt werden kann. Wenn sie nicht zuwächst, entsteht ein sehr großer Aufwand, den die Krankenkasse nicht immer zahlt. Hier bauen wir gerade ein drittes Standbein auf.

Hätten Sie anfangs gedacht, dass sich der Verein derart weiterentwickelt?

Brandl: Ich hatte schon vor Jahren die Idee, Spenden zu sammeln, und habe mir die Domain www.frankenhilft.de reserviert. Als das mit Lina passiert ist, dachte ich, dass wir eine eigene Internetseite und ein eigenes Konto brauchen. Dann war klar, dass wir auch einen Verein gründen. Leider hat es sich ganz schön lange hingezogen, aber jetzt sind wir glücklich, dass es mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit geklappt hat.

Spendenkonto: Franken-Hilft e. V.,
IBAN: DE35 7606 1025 0001 3630 00
Raiffeisenbank Lauf an der Pegnitz, Verwendungszweck: "Oskar"
Paypal: www.paypal.me/frankenhilft
Weiteres Infos unter www.frankenhilft.de

Interview: Johannes Handl

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg