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Sport im Homeoffice: So halten Sie sich fit

Online-Kurse bieten Abwechslung im eintönigen Homeoffice-Alltag - 25.03.2020 10:50 Uhr

Online-Sport-Kurse bringen Abwechslung in den Homeoffice-Alltag. © Katharina Weissbarth


"Zieh dich an, als würdest du zur Arbeit gehen. Zieh keine Jogginghose an." Das war einer der Tipps, bevor das Homeoffice begann. Und nun schlüpfe ich in die Sporthose - denn wenn alle Fitness-Studios und Schwimmbäder geschlossen sind, lässt sich zu Hause prima Sport treiben. Und zwar vor dem Fernsehgerät.

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Seit Samstag (20. März) gelten in Bayern weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die die Corona-Pandemie eindämmen sollen. Was trotz der sogenannten Ausgangsbeschränkung weiterhin oder mittlerweile wieder erlaubt ist, haben wir in dieser Bildergalerie für Sie zusammengefasst.


Der Handel, die Gastronomie - kaum einer in diesen Tagen, der nicht um seine wirtschaftliche Existenz bangt, und auch für Fitnessstudios wird es ernst. Die zahlenden Kunden müssen, so sieht es derzeit aus, mehrere Wochen zu Hause bleiben, Einnahmen brechen weg, das Aus droht.


Corona-Krise: Gostenhoferin will ihren Laden retten


Katharina Weißbarth unterrichtet im Nürnberger Stadtteil Schniegling Pilates und Isabel Lasthaus gibt Yoga-Kurse in St. Peter - nun setzen die beiden selbstständigen Trainerinnern auf Online-Kurse und wer mit ihnen trainieren will, sieht und hört sie nun zu Hause. Live. Auf dem Fernsehbildschirm, dem Smartphone oder dem Laptop. Ein digitaler Tausendsassa muss man nicht sein, um an den Online-Klassen teilzunehmen. Es genügt, Apps wie "Zoom Cloud Meeting" oder "Eversports" herunter zu laden und der Live-Stream macht das Home-Office für eine Stunde zum Fitness-Raum.

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Weg mit Corona-Speck: So bleibt man trotz Einschränkungen in Form

Das Home-Office hat seine Spuren hinterlassen. Weniger Bewegung, Schlabber-Klamotten und immer greifbare Snacks: Für viele Menschen bedeutete die Zeit der Quarantäne und Selbstisolation weniger Fokus auf die eigene Fitness zu legen. Doch langsam kehrt wieder Normalität ein und mit ihr der Wunsch, wieder ein paar Pfunde zu verlieren. So gelingt es!


"Ich glaube fest daran, diese Krise wirtschaftlich zu überstehen"

Isabel Lasthaus nennt ihr Studio in der Nähe der Peterskirche in der Südstadt "My Shanti-Yoga". "Entspannt, bewegt und inspiriert", so ihr Motto, sollen die Teilnehmer nach dem Kurs nach Hause gehen - und nun will sie, so sagt sie, Online den Schülern helfen, in dieser turbulenten Zeit zur Ruhe zu kommen. Sie hat mit ihrem Angebot kostenfrei losgelegt und verlangt nun Gebühren - schließlich bleiben Fixkosten wie die Miete. "Ich glaube fest daran, diese Krise wirtschaftlich zu überstehen, auch wenn ich hin und wieder unter Ängsten leide", so Isabel Lasthaus. "Mittlerweile freue ich mich jedes Mal auf die Online-Kurse."


Unter Quarantäne - der Homeoffice-Blog


Auf meinem Fernsehbildschirm zu Hause ist Katharina Weißbarth zu sehen. Sie liegt auf dem Rücken, die Beine im rechten Winkel nach oben gestreckt. Abwechselnd sollen die Kursteilnehmer das rechte und das linke Bein nach unten senken und wieder nach oben heben. "Die Schere", sagt sie. Die Teilnehmer, und deren Stöhnen, bleibt stumm. Die Mikrophone sind nur zu Beginn des Unterrichts und am Ende offen. Doch dann wird zu hören sein, dass alle dankbar sind, für dieses spezielle Sportangebot, dieses kleine Stück Normalität in diesen Krisenzeiten.

Sport ist gut für die Stimmung

Auch Monika Winter, Trainerin im "Studio N1" und "Fair Fitness" will helfen. Sport ist gut für die Stimmung, weiß sie - und will nun mit Faszien-Training, Bauch-Beine-Po-Stunden und Interverall-Training gute Laune in die Wohnzimmer tragen. Sich langsam an Übungen herantasten, auf dem eigenen Niveau anfangen, sich selbst fordern, aber nicht überfordern, ist ihr Credo. Die Ausgangsbeschränkungen müssen alle ertragen, doch Gymnastik hebt die Laune und die Kurse stärken das Gemeinschaftsgefühl.

Doch es bleibt anstrengend . Bin ich im Homeoffice unfallversichert, wenn ich mir jetzt für diesen Bericht in dieser Online-Pilates-Fitness-Stunde sonstwas verrenke? Ich bin es, ich übe schließlich im Auftrag meines Arbeitgebers. Es ist so, sagt Christian Heinzelmann, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Nürnberg: Die Arbeit der Mitarbeiter am Schreibtisch im Büro ist versichert - und auch der Weg zum Arbeitgeber. Versichert kann also auch derjenige sein, der an einem sonnigen Tag im Homeoffice mit seinem Notebook auf der Terrasse arbeitet. Stolpere ich aber beim Blumengießen - vielleicht noch während ich mit Kollegen telefoniere - zählt dies nicht zur Arbeit und ein Sturz wäre damit nicht versichert. In den nächsten Tagen ziehe ich wieder die Sporthose an, ich bin dankbar für die Online-Kurse - wie unsere Leserin Christine Schultz: Sie befindet sich gerade in Elternzeit und besucht einen Rückbildungsgymnastikkurs bei Knirpse und Co - und auch dort haben die Trainerinnen ermöglicht, dass die Mamas zu Hause weiterschwitzen können.

Info: https://fair-fitness.com; https://studio-no1.de; https://myshanti-yoga.de; https://raum4nuernberg.de

Ulrike Löw

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