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Samstag, 21.09.2019

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Streichkandidat: Nürnberger Nordanbindung vor dem Aus

Großes Vorhaben soll aus Bundesverkehrswegeplan verschwinden - 18.08.2019 05:26 Uhr

Auch der Planfeststellungsbeschluss soll aufgehoben werden. Die Stadt ist zwar nicht Herr des Verfahrens, weil die Bundesregierung und der Freistaat dafür zuständig sind, doch kann sie Bund und Land auffordern, die Nordanbindung aufzugeben. Das soll der Stadtrat möglichst bald beschließen. Allerdings darf die Nordanbindung in den nächsten Jahren auch ohne Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses nicht gebaut werden, denn die Säuberung des Flughafenbodens von Löschschaumrückständen, die gesundheitsgefährdend sein können, dauert noch bis 2028. So lange die Reinigung nicht abgeschlossen ist, darf der Boden zum Schutz des Grundwassers nicht aufgegraben werden.

Horch amol – Der NN-Podcast, Folge 74: Ein "digiloger" König

"Die Idee der Nordanbindung kommt aus einer Zeit, in der der Flughafen sechs Millionen Passagiere pro Jahr anstrebte. Wegen der vielschichtigen Entwicklungen im Luftverkehr ist heute aber absehbar, dass wir in diese Größenordnung am Nürnberger Airport auf absehbare Zeit nicht mehr vordringen werden", so Thorsten Brehm, OB-Kandidat der SPD. Außerdem würden die Verkehrszahlen auf der Flughafenstraße seit Jahren stagnieren und der Flughafen sei durch die U-Bahn gut angebunden.

"Mehr Grün in der Stadt"

"Der ökologische Eingriff in unseren Reichswald steht in keinem Verhältnis zum verkehrlichen Nutzen des Projekts. Kommt das Projekt, müssten nahe Buchenbühl Tausende von Bäumen gefällt werden. Dies steht in starkem Kontrast zu den vielzähligen Bemühungen, mehr Grün und Erholungsflächen in der Stadt zu realisieren", sagt Brehm. Es sei deshalb an der Zeit, das Projekt offiziell zu beerdigen und auch aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen.

Ähnlich äußerte sich auch die OB-Kandidatin der Grünen, Verena Osgyan: "Wir begrüßen Herrn Königs Absage an die Nordanbindung sehr. Dies entspricht unserer Idee einer nachhaltigen Verkehrswende im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes. Nun hoffen wir, dass CSU und SPD sich auch gemeinsam mit uns dafür starkmachen, das Projekt endgültig aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen." 

André Fischer

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