Süße Bilder: Nürnbergs kleiner Gorilla erkundet Freigehege

Hartmut Voigt
Hartmut Voigt

Lokalredaktion Nürnberg

E-Mail

8.4.2020, 15:12 Uhr
Im Affenhaus fühlt sich der kleine Menschenaffe wohl. Allerdings muss immer ein erwachsener  Gorilla in der Nähe sein.

© Ramona Such / Tiergarten Nürnberg Im Affenhaus fühlt sich der kleine Menschenaffe wohl. Allerdings muss immer ein erwachsener Gorilla in der Nähe sein.

Ein bisschen zögerlich sieht Kato aus. Die grünen Grashalme sind für den kleinen Menschenaffen gewöhnungsbedürftig — da klammert er sich lieber fest an Mutter Habibu. Und wenn er loslässt, entfernt er sich höchstens einen Meter und versichert sich immer wieder, dass sie in seiner Nähe ist. Oder auch Vater Thomas, oder die anderen Weibchen aus der Haremsgruppe.

"Behütetes Einzelkind"

"Alle schauen nach ihm, er ist eben ein behütetes Einzelkind", meint die stellvertretende Revierleiterin Dagmar Fröhlich, "und er imitiert seine Bezugspersonen: Wenn seine Mama einen Ast frisst, knabbert er auch an einer Rinde. Und wenn ihm etwas nicht passt, dann meckert er schon mal herum."

Live kann man Katos erste Schritte in ein selbstständigeres Leben nicht verfolgen: Der Tiergarten hat wegen Corona geschlossen - vorerst bis 19. April. Dann erfolgt eine Neubewertung der deutschlandweiten Situation durch Virologen und die Politik. Dass es zu einer raschen Öffnung des Zoos kommt, glaubt Tiergarten-Direktor Dag Encke jedoch nicht.

Sonnige Ostern

Die Meteorologen kündigen sonnige, warme Ostern an - für den Tiergarten ist das bitter: Normalerweise ist es der Auftakt in die Saison. Bei frühlingshaften Osterferien strömen die Besucher normalerweise zu Tausenden in den Zoo am Schmausenbuck. Der Ansturm bleibt diesmal aus - und die Kasse leer.

Wenn der Tiergarten mindestens fünf Wochen geschlossen bleibt, ist mit einem Verlust von 1,5 Millionen Euro zu rechnen. Pro Jahr nimmt die Einrichtung der Stadt Nürnberg rund acht Millionen Euro Eintrittsgeld ein.

"Keine Chance" auf baldige Öffnung

Besucher fragen bei der Lokalredaktion nach, warum man nicht zumindest das Gelände des Tiergartens zugänglich macht und die beengten Tierhäuser geschlossen lässt. In der weitläufigen 65 Hektar großen Anlage könnten sich die Menschen schließlich aus dem Weg gehen, so das Argument.


Keine Besucher wegen Corona: So geht es Nürnbergs Zootieren


"Keine Chance", meint Direktor Encke entschieden, die strikte Einhaltung der Abstandsregelung ließe sich nicht einhalten. Auf den Wegen könne man zwar gut ausweichen, doch vor den Gehegen etwa bei Tigern und Löwen würden sich die Menschenmengen wieder sammeln. Es könne durchaus bis zum Sommer dauern, bis die Eingangstore geöffnet werden, meint er. Doch Genaues weiß natürlich niemand.

Gedanken machen über die Zeit danach

Trotzdem machen sich die Verantwortlichen Gedanken über die Zeit nach der Coronakrise. Angedacht ist, den Tiergarten später schrittweise zu öffnen - so wie er auch geschlossen wurde: Als erste Schritte wurden die Tierhäuser zugesperrt, die Tische der Gastronomie weiter auseinander gezogen.

Von einer anfänglichen zahlenmäßigen Zugangsbeschränkung ist man abgekommen: Denn dann würde sich vor dem Eingangstor eine große Menschenmenge ansammeln, was kurz nach der Pandemie nicht erwünscht sei. Eine zeitliche Begrenzung der Tickets sei ebenfalls unpraktikabel: "Das ist zu kompliziert, wir können die Leute schließlich nicht hinauswerfen", meint Encke. Momentan bleibt ihm sowieso nur die lapidare Feststellung: "Im Wald nebenan ist viel los, bei uns aber nichts."

Verwandte Themen


Keine Kommentare