Donnerstag, 21.11.2019

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Tiergarten erzielt drittbestes Ergebnis seiner Geschichte

Deutlich mehr als eine Million Menschen haben den Zoo 2018 besucht - 17.01.2019 20:21 Uhr

Der Nürnberger Tiergarten hat im vergangenen Jahr unterm Strich von dem lange anhaltenden guten Wetter profitiert. Es war eines der besten Jahre seit Bestehen des Zoos. © Foto: Michael Matejka


"Das Publikum ist uns nicht davongelaufen", sagte Encke bei der Bilanzpressekonferenz. Im Gegenteil, man habe sogar zulegen können. Bisher war 2017 mit 1,14 Millionen Besuchen das drittbeste Jahr der Geschichte, 2018 lief es nun noch besser. "Dabei war es im Sommer glühend heiß." Aber die vielen sonnigen Tage bis tief in den Herbst hinein spielten dem Tiergarten freilich auch in die Hände. Nur 2008, als die Handaufzucht des Eisbärbabys Flocke für Schlagzeilen sorgte, und im Jahr der Lagunen-Eröffnung (2011) schnitt der Tiergarten mit 1,28 und 1,22 Millionen Besuchen noch besser ab.

In seinem Rückblick betonte Encke, dass 2018 vom Abschied von vielen "großen Tierpersönlichkeiten" geprägt war, beispielhaft sind Delfin Moby und Gorilla Fritz zu nennen. Einer der verbliebenen "Oldies" ist das 1965 geborene Gibbonweibchen Mädi. Sie ist das weltweit zweitälteste in menschlicher Obhut gehaltene Tier dieser Affenart, die gerade von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz zum "Zootier des Jahres 2019" gekürt wurde.

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Für 2019 hofft der Zoochef, dass sich bei den Asiatischen Löwen Zuchterfolge einstellen. Das neue Pärchen Subali und Aarany vertrage sich gut. "Aber Subali hält sich bisher zurück, weil die Löwin noch nicht geschlechtsreif ist." Bald aber dürfte die Löwin, die im Mai drei Jahre alt wird, so weit sein. Nachwuchs im Raubtierhaus wäre wegen der guten Gene der beiden Löwen wünschenswert, führte Encke aus.

Gerne würde der Tiergarten auch dem alternden Eisbärweibchen Vera noch einmal die Aufzucht eines Jungtiers ermöglichen, aber es hat sich noch immer kein neuer Zoo für Veras Tochter Charlotte gefunden – und solange die Bärin am Schmausenbuck lebt, kann der Tiergarten aus Platzgründen kein Männchen holen. Vera und Charlotte werden in getrennten Gehegen gehalten, weil sich die beiden längst nicht mehr verstehen – Encke bedauert es, dass der natürliche Prozess der Entwöhnung von Mutter und Tochter nicht stattfinden konnte wie geplant.

Was die baulichen Maßnahmen angeht, so werden sich nach der Eröffnung des Wüstenhauses im vergangenen Frühjahr die für 2019 geplanten Projekte eher "hinter den Kulissen" (zum Beispiel im Betriebshof) abspielen. Allerdings möchte man in der Mittelachse des Geländes Veränderungen vornehmen, um die Takine besser präsentieren zu können.

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Der Baumwipfelpfad, der ein Aushängeschild des Tiergartens werden soll, wird 2019 noch nicht gebaut, allerdings möchte der Tiergarten die Planungen für den ersten Bauabschnitt in diesem Jahr in den Stadtrat einbringen. Im Februar 2018 hat der Kulturausschuss einem Zukunftskonzept des Tiergartens zugestimmt; es sieht vor, dass die Stadt den Zoo bei größeren Bauvorhaben unterstützt. "Alles, was bis zu einer Million Euro geht, stemmen wir aus unseren eigenen Mitteln." Aber die für den Baumwipfelpfad nötigen, noch nicht im Detail bezifferten Investitionen liegen weit über diesem Betrag.

Der Direktor betonte beim Blick in die Zukunft auch die wichtige Rolle, die den Zoos beim Artenschutz zukommt. Weil das Bison nicht bedroht sei, werde man die Haltung dieses imposanten Tiers nicht ganz leichten Herzens auslaufen lassen und es durch gefährdete asiatische Rinderarten ersetzen. In Südostasien sei die Entwicklung sowohl bei größeren Säugetieren als auch bei Singvögeln alarmierend. "Angesichts dieser schwarzen Löcher der Vernichtung bin ich optimistisch, dass uns die Arbeit nicht ausgeht", sagte Encke mit einer gehörigen Portion Galgenhumor.

MARCO PUSCHNER

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