U-Bahnhaltestelle kommt

TU Nürnberg: Ab Januar kommen die ersten Professoren

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Andre Fischer

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19.9.2021, 12:52 Uhr
Noch ist nicht viel zu sehen, aber in Zukunft wird hier die Technische Universität Nürnberg stehen. Kanzler Markus Zanner erklärte den Teilnehmern der Stadt(ver)führungen, was kommen wird.

Noch ist nicht viel zu sehen, aber in Zukunft wird hier die Technische Universität Nürnberg stehen. Kanzler Markus Zanner erklärte den Teilnehmern der Stadt(ver)führungen, was kommen wird. © Michael Matejka, NNZ

"Das ist die erste öffentliche Veranstaltung der TUN", sagte Zanner bei der Begrüßung der 30 Teilnehmer des Rundgangs auf dem 37 Hektar großen Gelände der TUN zwischen Münchener und Brunecker Straße. Die TUN hat derzeit 14 Beschäftigte, so Zanner, doch es werden sukzessive mehr werden. Im Januar nimmt eine Vizepräsidentin, eine Spezialistin für digitales Leben, ihre Arbeit auf. "Sie wird klären müssen, wie viel Präsenzunterricht es an der TUN geben wird."


So soll die TUN einmal aussehen


Auch wenn das digitale Lernen und Forschen an der TUN im Vordergrund stehen wird, so sei doch klar, dass vor Ort auch gemeinsam und interdisziplinär geforscht werden müsse. Da es keine abgegrenzten Fachbereiche geben wird, sollen die einzelnen Departements zumindest teilweise gemeinsam untergebracht werden. "Der Physiker muss beim Mathematiker sitzen können. Das ist auch architektonisch eine Herausforderung", sagt Zanner. Am 1. Januar sollen neben der Vizepräsidentin noch weiter Professoren und Professorinnen ihre Arbeit aufnehmen.

Sorge um Kampfmittel

Geplant sind in den nächsten Jahren drei Planungsschritte. Bis 2023 soll das erste Gebäude der TUN an der Münchener Straße kurz vor der Abzweigung zur Bauernfeindstraße gebaut werden. Es wird die Anlaufstelle für die Studentenschaft, die Universitätsverwaltung und für die ersten Wissenschaftler sein. Daneben sollen bis 2027 Gebäude für Ingenieure errichtet werden.

Im Norden des Geländes sind neue Gebäude geplant, die mit der Georg-Simon-Hochschule zunächst gemeinsam genutzt werden. Während der Bauzeit rechnet Zanner mit etlichen Bombenfunden aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Areal gehörte früher zum Gelände des Rangierbahnhofs und war deshalb Ziel vieler Bombenangriffe. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es keine tiefergehende Räumung des Areals von Kampfmitteln. Beim Bau der Uni-Gebäude sollen wertvolle Eichen möglichst erhalten werden.

U-Bahnhaltestelle kommt

Die Anlieger, die sich an dem Spaziergang beteiligten, wollten wissen, ob es auch ausreichende Parkplätze für die TUN geben wird, damit nicht die benachbarten Stadtteile zugeparkt werden. "Es wird Parkplätze geben. Es wird aber kein autofreundlicher Campus werden", antwortet der Kanzler. "Kein Universitätsgelände in Deutschland wird so gut an den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden sein wie die TUN."

Zanner verweist dabei auf die geplante Anbindung an eine Straßenbahnlinie und auf die von der Politik zugesagte U-Bahnhaltestelle der U1. Das Gelände sei riesig. Das Garchinger Uni-Gelände sie 650 Meter lang, das der TUN 800 und es sei außerdem wesentlich tiefer. Erschlossen wird das Gelände von der Münchener Straße aus.

Frage nach dem Warum

Warum wurde die TUN gegründet? Zanner hat mit dieser Frage gerechnet. Das Konzept sieht vor, dass bei naturwissenschaftlichen Fragestellungen, die Geistes- und Kulturwissenschaften von Anfang an eingebunden werden. "Etwas auszuprobieren, ist eine wahnsinnig tolle Chance." Er verweist dabei auf den geplanten Fachbereich "Urbanes Leben", der die städtische Infrastruktur weiterentwickeln soll. Zanner hebt auch den hervorragenden Betreuungsschlüssel für Studentinnen und Studenten hervor: 240 Professorenstellen für 6000 Studenten.

Konkurrenz? Ja!

Wird es eine Konkurrenz zur Friedrich-Alexander-Universität geben? "Irgendwie schon, aber zugleich auch eine Kooperation. Bevor wir auf andere zugehen, müssen wir erst einmal unsere eigene Wissenschaft definieren", antwortet Zanner. Auf der praktischen Ebene läuft die Kooperation aber schon. Hochleistungsrechner will man zusammen mit der FAU nutzen.

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