Überraschung: Welche ist Nürnbergs älteste Kirche?

lok-voigt
Hartmut Voigt

Lokalredaktion Nürnberg

E-Mail zur Autorenseite

6.3.2021, 05:55 Uhr
Die  Euchariuskapelle an der Egidienkirche ist nur wenigen bekannt.

Die Euchariuskapelle an der Egidienkirche ist nur wenigen bekannt. © Theo Noll/Altstadtfreunde

Die beiden großen gotischen Stadtkirchen St. Sebald und St. Lorenz stammen (ohne die Vorgängerbauten zu berücksichtigen) aus dem 13. Jahrhundert. Sie fallen also als älteste Heiligtümer weg, denn die kleine Altenfurter Rundkapelle aus dem 12. Jahrhundert mit den Kirchenpatronen Johannes der Täufer und Katharina von Alexandria überflügelt die zwei "Bürgerdome".

Stiftung von Karl dem Großen?

Die Altenfurter Rundkapelle beeindruckt mit ihren Jahrhunderte alten Deckenfresken.

Die Altenfurter Rundkapelle beeindruckt mit ihren Jahrhunderte alten Deckenfresken. © Eduard Weigert/NNZ

Aber: Ist die Rundkapelle tatsächlich Nürnbergs "ältestes Heiligtum"? "Die Frage ist sehr schwer zu beantworten, denn was Genaues weiß man nicht“, meint der Nürnberger Denkmalpfleger Nikolaus Bencker.

Die Denkmalliste ordnet den Bau in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts ein, also nach 1150. Damit wäre sie nach bisheriger Forschung der zweitälteste erhaltene Sakralbau auf Nürnberger Stadtgebiet.

Das älteste Gotteshaus wäre die Euchariuskapelle an der Egidienkirche, datiert um 1120/30. Doch vielleicht ist die Altenfurter Kapellen wirklich älter: Manche Legenden ordnen die Kapelle einer Stiftung Karls des Großen zu. Das ist aber unwahrscheinlich, so Bencker.

Keine Kommentare