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Vandalen zertrampeln Gras: Pegnitzufer bleibt gesperrt

Erst Anfang September kann man auf der Insel Schütt auf Ufer-Terrasse - 06.07.2016 06:30 Uhr

Trotz der Bauzäune haben sich einige Passanten auf den neuen Bänken am Pegnitzufer der Insel Schütt niedergelassen. Der Blick durch die Gitterstäbe scheint sie nicht zu stören. Freie Sicht gibt es erst ab September. © Foto: Heilig-Achneck


Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt: Wer wüsste das besser als Bürgermeister Christian Vogel. Der Sör-Chef ist Schelte durch unzufriedene Bürger gewohnt, jetzt kann er mal zurückschimpfen.

Beim Pressetermin im Herbst zum Start des Umbaus des 170 Meter langen Uferabschnitts an der Insel Schütt schwärmte Vogel von dessen künftiger "Aufenthaltsqualität". Die Nürnberger sollen sich auf der 1.800 Quadratmeter großen Uferterrasse entspannen.

Von den neuen Steinstufen könne man die Füße in die Pegnitz baumeln lassen, auf der Liegewiese oder auf dem Holzdeck über dem Fluss lasse sich prima relaxen. Im Juni sei es so weit, hieß es damals.

Vielleicht hat Vogel den Nürnbergern die Aussichten gar zu rosig geschildert, jedenfalls konnten es im Frühjahr einige gar nicht abwarten, das Ufer in Beschlag zu nehmen. "Sie hoben die Bauzäune hoch, mit denen wir den frisch angesäten Rasen schützen wollten", sagt Sör-Sprecher André Winkel. "Sie latschten einfach auf das frische Grün" - und hinterließen eine graue Steppe. "Wir haben sogar noch weitere Zäune aufgestellt", sagt Winkel.

Allein, es nützte nichts. Einige Spezialisten seien sogar durch die Notausgänge der Tiefgarage unter der Insel Schütt auf den neuen Uferstreifen geklettert. "Jetzt ist der Rasen nicht angewachsen", bedauert Vogel. Sör habe das Ufer längst freigeben wollen, "aber jetzt müssen wir die Absperrung noch stehen lassen, in der Hoffnung, dass sich die Menschen daran halten". Erst in der letzten Schulferienwoche kommen die Gitter weg - und dann sind die meisten Sonnenstunden dieses Sommers wohl schon durch.

Ute Möller E-Mail

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