Verkehr in Nürnberg: Zu viele Autos, immer mehr Radler

11.1.2016, 06:00 Uhr
Rund eine halbe Million Fahrzeuge pendeln an Werktagen nach Nürnberg.

Rund eine halbe Million Fahrzeuge pendeln an Werktagen nach Nürnberg. © Michael Matejka

Gut 552.000 Kraftfahrzeuge überqueren täglich an Werktagen die Außengrenzen der Stadt Nürnberg. Das ist viel, aber zugleich auch der niedrigste Wert seit 1998. Dies geht aus der letzten Verkehrszählung im Juli 2015 hervor. An etwa 70 Stellen haben rund 170 Schüler bei Temperaturen von bis zu 37 Grad an zwei Tagen (Dienstag und Mittwoch) Fahrzeuge und Radler zwischen 6 und 22 Uhr gezählt.

Der Verkehr liegt für die Experten im Rathaus aber trotz Niedrigststand seit bald zwanzig Jahren noch immer auf einem "zu hohen Niveau". Immerhin mehr als 77.000 Menschen lebten an stark befahrenen Straßen. Die Lärmwerte seien so hoch, dass sie ihre Gesundheit gefährdeten. Auch die Schadstoffbelastungen lägen, vor allem bei den Stickoxiden, an mehreren Messstellen im Stadtgebiet über den zulässigen Grenzwerten.

Begründet wird der aktuelle Rückgang der Kfz-Zahlen vor allem mit einigen größeren Baustellen und Fahrbahnverengungen an Hauptrouten. Dazu gehörten etwa die Erlanger Straße, die Höfener Spange oder die Äußere-Sulzbacher-Straße, aber auch die beiden Autobahnen A 3 und A 6. Ein Teil der Autofahrer ist dann auf Strecken ausgewichen, die nicht in der Zählung erfasst wurden.

Einen Trend zu weniger Fahrten machen die Fachleute seit einigen Jahren auch auf den Pegnitzbrücken aus. Die Zählungen hier stehen für den innerstädtischen Verkehr. Bis zum Jahr 2005 lagen die Zahlen der Kraftfahrzeuge immer (mit Ausnahme Juli 2004) über 225.000, um dann 2012 erstmals unter 210.000 zu sinken. Im vergangenen Jahr waren es rund 203.000.

Radverkehr nimmt in Nürnberg zu

Eine erfreuliche Entwicklung sehen die Experten in der Zunahme des Radverkehrs. Erstmals seit 2005 wurden wieder alle Pegnitzbrücken bei einer Zählung erfasst. Bei den elf Brücken, auf denen nur Radler und Fußgänger zugelassen sind, stieg die Zahl der Radfahrer im Zehnjahresvergleich um 79 Prozent. Knapp 19.800 Radler wurden gezählt. Auf dem Steg Ulman-Stromer-Weg (Erfahrungsfeld der Sinne an der Wöhrder Wiese) stieg die Zahl von 1.546 auf 3.193, am Fuchslochsteg von 1.971 auf 4.221.

Dazu gerechnet werden müssen für 2015 noch über 23.300 Radler, die auf zwölf Brücken mit Kfz-Verkehr gezählt wurden. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 19,5 Prozent. Der Radanteil am gesamten Verkehr auf den Pegnitzbrücken betrug 17,5 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es erst 10,1 Prozent.

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