Wasserwelt Wöhrder See nimmt 2013 Kontur an

20.2.2013, 07:51 Uhr
Ab August schon sollen die Nürnberger am Wöhrder See an einem 150 Meter lan­gen Sandstrand relaxen können.

© Wasserwirtschaftsamt Nürnberg Ab August schon sollen die Nürnberger am Wöhrder See an einem 150 Meter lan­gen Sandstrand relaxen können.

Die Vorarbeiten für den Sandstrand am Nordufer des Sees beginnen kom­menden Montag: Drei Tage lang wer­den Sträucher entfernt, an jenem Ufer­abschnitt, der am Wehr beginnt und parallel zum Wöhrder Talübergang verläuft. Zunächst auf einer Strecke von 150 Metern, bis zu einem alten Steg, über dessen Zukunft bis zum Herbst entschieden werden soll. Steht der Steg nicht mehr im Weg, wird der Sandstrand um 60 Meter verlängert.

Das Ufer wird abgeflacht und mit Quarzsand befüllt, „wie er bei uns in der Region vorkommt“, sagt Klaus Winkelmair, Wasserwelt-Projektlei­ter vom Wasserwirtschaftsamt. 4500 Tonnen Sand sind für den Strand vor­gesehen. Bis Ende Juli soll er fertig sein (Kosten: 300.000 Euro), damit ihn die Nürnberger ab August genießen können.

Vorgesehen sind auch Stein­quader, auf denen man sich niederlas­sen kann — vergleichbar mit jenen, die es schon an den westlichen Pegnitz­auen gibt. Entlang des Strands wird in diesem Jahr auch gleich noch der See ent­schlammt. Wobei die großen Flächen, die entschlammt werden, zwei andere sind: Ende März wird mit der Nori­kus- Bucht begonnen, danach soll der See ab der Eisenbahnbrücke bis etwa auf Höhe des Kinder- und Jugendhau­ses Klüpfel entschlammt werden.

Heißt: Bis Ende Juli werden Bagger­schiffe 50.000 Kubikmeter Sediment entfernen, Sand und Erde, die sich im Lauf der Jahre ablagerten und den einstmals 2,5 Meter tiefen See an vie­len Stellen bis auf 50 Zentimeter Was­sertiefe reduzierten. Das Sediment wird an Land gebracht und mit Las­tern abtransportiert. 2,5 Millionen Euro wird das kosten; in Kürze soll der Auftrag vergeben werden.

Die Alternativen zur Entschlam­mung mittels Baggerschiffen: Man könnte den See trockenlegen. Aber das wäre ein zu großer Eingriff in die Natur. Man könnte den Schlamm auch absaugen — eine vergleichsweise ineffiziente und aufwendige Technik, bei der täglich nicht mehr als 30 Kubikmeter Schlamm bewältigt wür­den. Mit dem Bagger sind bis zu 800 Kubikmeter am Tag möglich. Laut Winkelmair habe man das Vorgehen mit Naturschützern abgesprochen.

Wenn alles klappt, wird noch im Herbst ein Damm angelegt, der die Norikus-Bucht vom See trennt. Dadurch wird der See schmaler, die Fließgeschwindigkeit erhöht sich und es lagert sich weniger Sediment ab. Das ist ohnehin ein Ziel der Umge­staltung. Laut Wasserwirtschaftsamt berechnete die TU München, dass die Wasserwelt-Maßnahmen die Ablage­rungen künftig um 70 Prozent redu­zieren.

Damit nicht genug: In diesem Jahr soll auch noch ein Bach angelegt wer­den, der von der Norikus-Bucht hin zum südlichen Pegnitzarm plätschert — mit dem Nebeneffekt, dass Fische nicht mehr in der „Sackgasse“ des ver­rohrten Goldbachs landen, der zudem zum Teil freigelegt wird. Ausblick auf 2014: Am Nordufer werden langgestreckte Inseln für Vögel angelegt, die dort brüten kön­nen. Und: Die Seemitte wird ent­schlammt — bis auf eine langge­streckte „Insel“, die allerdings nicht sichtbar ist und aus „geotextilen“ Schläuchen geformt wird: Kunststoff-Schläuche, die mit Sediment befüllt werden. Grund: Auch diese „Insel“ erhöht die Fließgeschwindigkeit und trägt somit zur geringeren Verschlam­mung bei.

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