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Sonntag, 05.07.2020

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Weiter Wirbel um Hotel-Hochhaus in Nürnbergs Luitpoldhain

Neben der Meistersingerhalle soll ein älteres Hotel ersetzt werden - 19.12.2018 18:15 Uhr

Das Modell zeigt die Kubatur des neuen Hotels - ein markanter Bau. © Foto: Andreas Franke


"Wir müssen jetzt alle Varianten offen legen und abwägen. Der Prozess soll öffentlich sein", gab sich Baureferent Daniel Ulrich optimistisch. Hotelier Werner Rübsamen, der mit seiner Familie mehrere Hotels in Nürnberg betreibt, möchte das Ende der siebziger Jahre entstandene Ramada-Hotel abreißen und ein neues, rund 46 Meter hohes Hotel mit rund 240 Zimmern bauen. Der Hotelturm wird von einem Flachbau mit Atrium und Konferenzräumen ergänzt. Das derzeitige Hotel sei zu klein, so Rübsamen.

Das vierzig Jahre alte Ramadaparkhotel soll durch einen Neubau ersetzt werden, weil es zu klein ist. Das geplante Hochhaus wäre eine neue städtebauliche Dominante. © Foto: Roland Fengler


Die Lage des Hotels ist architekturästhetisch ausgesprochen sensibel: Die Meistersingerhalle, die unter Denkmalschutz steht, ist als Flachbau konzipiert und fügt sich respektvoll in den Luitpoldhain ein. Die Parklandschaft ist als Flächendenkmal geschützt. Gegenüber dem geplanten Hotelstandort wird der Konzertsaal, der sich in seiner Form an die Meistersingerhalle anlehnt, gebaut. 2023 soll er eröffnet werden.

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Die Mitglieder des Baukunstbeirats, die nur ein grobes Modell des Neubaus zu Gesicht bekamen, lobten die Kombination aus Flachbauten und Hochhaus, die "rein formal und für sich allein betrachtet, austariert und gut proportioniert wirkt". Es sei nachvollziehbar, heißt es in dem Protokoll weiter, das Hotel, das durch den Konzertsaal in die zweite Reihe gerückt wird, "durch eine klare bauliche Figur neu zur Geltung zu bringen".

Kritik auch vom Denkmalschutz

Befürchtet wird, dass neben der Meistersingerhalle und dem Konzertsaal mit dem Hotel eine neue städtebauliche Dominante entsteht. Es würde in Konkurrenz zu den öffentlichen Bauten treten. "Auch zur Parkanlage hin entfaltet das Hochhaus eine sehr starke Präsenz", heißt es im Protokoll. Der vorhandene Hotelbau füge sich dagegen in das Umfeld ein. Der Baukunstbeirat bedauert jedenfalls, dass das Hotelprojekt, das erhebliche Auswirkungen auf das Gesamtensemble hat, beim Wettbewerbsverfahren für den Konzertsaal nicht berücksichtigt wurde. Auch vom Denkmalschutz kam Kritik, denn bislang seien Eingriffe in das Ensemble Meistersingerhalle und Luitpoldhain immer in der Fläche erfolgt, um die Verbindung mit dem Park zu betonen. Ein Hochhaus würde diese Kontinuität unterbrechen.

"Auch wenn die vorgetragenen Gründe für ein Hochhaus und dessen Platzierung als solche einleuchten, sind die damit verbundenen gravierenden Eingriffe in die charakteristische Parksituation nicht von der Hand zu weisen", lautet das Fazit des Baukunstbeirats. Es sollen deshalb Varianten optimiert werden, um die Auswirkungen des Hotelbaus auf die Perspektive von Fußgängern überprüfen zu können.

Der Entwurf für das neue Hotel stammt von Matthias Loebermann. Sein Vater Harald hatte zu Beginn der 60er Jahre zusammen mit Wunibald Pucher die Meistersingerhalle gebaut. "Mir liegt sehr viel daran, dass der Neubau mit der Meistersingerhalle harmoniert", betonte Matthias Loebermann. Zusammen mit der Familie Rübsamen traue er sich aber zu, an der Stelle auch einmal etwas Neues zu denken. Im neuen Jahr geht es in die nächste Runde.

André Fischer

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