Viele verschiedene Angebote
"Wir würden gerne mehr machen": Schulkoordinatorin sucht für ukrainische Samstagsschule Räume
30.09.2023, 11:00 Uhr
Deutsch-Nachhilfe, Kinderbetreuung, Ukrainisch-Stunden, Freizeitangebote und Unterstützung für die Eltern - all das bietet die Samstagsschule vom ukrainischen Bildungs- und Kulturverein e.V. in Nürnberg an. Doch dafür werden Räume für die etwa 100 angemeldeten Kinder benötigt. "Wir sind sehr dankbar, dass wir im letzten Schuljahr im Familienzentrum in Nürnberg unterkommen konnten", sagt Schulkoordinatorin Liuba Tkachuk. Ab Oktober kann der Unterricht zunächst im Gemeinschaftshaus in Langwasser stattfinden. "Die Suche nach neuen Räumen war echt schwer", erzählt Tkachuk.
Der Verein zahlt dort mit Spendengeldern und Beiträgen der Eltern die Miete für die sieben Räume, die samstags für die Schule bereitstehen. Die zwei größten werden für den Kindergarten, der auch Teil der Samstagsschule ist, genutzt, die restlichen bleiben für den Unterricht. "Aber das ist leider einfach zu wenig", erklärt die Koordinatorin. Denn auf der Warteliste stehen noch 30 weitere Kinder, für die aktuell kein Platz ist.
"Wir hoffen, dass der Staat oder auch private Vermieterinnen und Vermieter entsprechende Zimmer anbieten können", sagt Tkachuk. Die Miete, um Schulgebäude am Wochenende zu nutzen, sei zu teuer. "Wir verdienen wirklich null", erklärt die Koordinatorin. Die 23 Mitarbeitenden engagieren sich freiwillig und erhalten lediglich eine kleine Aufwandsentschädigung.
Von Grammatik bis Töpferei
Schon jetzt hat die ukrainische Samstagsschule viele Kurse im Angebot. Für Grundschülerinnen und -schüler gebe es vor allem Deutsch-Nachhilfe, in höheren Klassenstufen werde vor allem Grammatikunterricht gehalten und geübt, deutsche Texte zu lesen und zu schreiben. Das nutzen vor allem Kinder, die erst vor Kurzem aus der Ukraine nach Deutschland gekommen sind. Aber auch ukrainische Kultur, Geschichte und Sprache wird an den Samstagen gelehrt.

Geplant sind zusätzlich Kreativkurse wie Kalligraphie mit Spitzfedern, Töpferei, ukrainische Stickerei, Kreativdenken, Malen und Musikunterricht. Der Töpferkurs wird von einem Töpfermeister angeboten, der seine Töpferschule und sein Haus in der Ukraine verloren hat. "Wir würden gerne noch so viel mehr machen", sagt Tkachuk. Für den Intensivkurs für Jugendliche, der im letzten Schuljahr noch angeboten wurde, gibt es jetzt keinen Raum mehr.
Nebenbei Sozialarbeit
Lehr- und Fachkräfte zu finden, sei kein Problem, genug wären seit Februar 2022 aus der Ukraine nach Deutschland gekommen. "Aktuell ist es noch sehr wichtig, dass die Lehrkräfte den Kindern die Dinge auf Ukrainisch erklären können." Beispielsweise im Kindergarten werden die Fachkräfte von Aushilfen oder Eltern unterstützt, die sich als zusätzliche Aufsichtspersonen zur Verfügung stellen.
Auch so werden die Eltern nicht vergessen. "Nebenbei machen wir noch Sozialarbeit", erklärt Tkachuk. Die Eltern kämen mit den unterschiedlichsten Fragen "zu deutschen Sachen, die wir hier gewohnt, die aber schwer zu verstehen sind". Die Koordinatorin und ihre vier Kolleginnen helfen, die richtigen Anlaufstellen zu finden, Bewerbungen zu schreiben und mehr. Mit mehr Platz könnten sie ausführlichere Workshops und Beratungen für Erwachsene anbieten.
Denn zu den Tätigkeiten des Vereins, die Maria Ehrlein als Vorsitzende koordiniert, gehört nicht nur die Samstagsschule, sondern zusätzlich alle Aktivitäten, die mit Kommunikation, gesellschaftlichem Leben, Betreuung von Kindern und psychologischen Hilfestellungen zu tun haben. Dazu zählt auch die Unterstützung im Umgang mit Ämtern und Krankenhäusern. Diese Aufgaben übernehmen die Ehrenamtlichen teilweise auch parallel zum Betrieb der Samstagsschule.
Wer kann dem Verein helfen? Gesucht werden acht Räume zur Miete für die ganztägige Nutzung am Samstag und ein zusätzliches Zimmer, um Material zu verstauen und Beratungen zu führen. Die Örtlichkeit sollte möglichst auch mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein. Kontakt: per Mail an l.tkachuk@bukverein-nuernberg.de.
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