Wöhrder See: Boulevardsteg wird aufgebaut

dal

Lokales Nürnberg

23.5.2012, 07:00 Uhr
Im August soll der 200 Meter lange Steg am Wöhrder See fertig sein — das erste von zwölf Teilstücken wurde gestern mit Hilfe eines Krans eingesetzt.

© Matejka Im August soll der 200 Meter lange Steg am Wöhrder See fertig sein — das erste von zwölf Teilstücken wurde gestern mit Hilfe eines Krans eingesetzt.

Ein Tieflader bringt das 34 Meter lange und 45 Tonnen schwere Mittelstück in der Nacht zum Montag an das Ufer des Wöhrder Sees in Nürnberg. Frühmorgens steigen zwei Taucher auf Höhe des Pflegezentrums Sebastianspital in den See und legen letzte Hand an die Pfähle an, die dort 13 Meter tief im Boden eingelassen sind. Mittags ist es so weit: Ein gewaltiger Kran, der bis zu 300 Tonnen Last zu tragen vermag, hebt den Stahlsteg an.

Dietrich Renner, verantwortlicher Ingenieur, verfolgt alles und entdeckt sogleich einen kleinen Schaden am Anstrich, verursacht durch den Transport. „Da muss nachgebessert werden“, sagt er, ist ansonsten jedoch zufrieden: Nachdem die Stahlkonstruktion abgelassen ist, dauert es nur Minuten, bis sie mit ihren acht Stützen passgenau auf die Pfähle im See aufsetzt.

Derartiges Einheben mit einem Kran sei Routine, sagt Renner. Anders als das Projekt „Boulevardsteg“ an sich, das sei schon ungewöhnlich. Zum einen, weil die Montagevorbereitung der Brückenkonstruktion im Wasser erfolgen musste. Zum anderen ist es natürlich nicht alltäglich, einen 240 Tonnen schweren Steg zu bauen, der fast 200 Meter lang ist.

Wie es weitergeht: Nach und nach werden nun die restlichen Teilstücke geliefert und verschweißt. Geländer wird montiert, rutschfester Boden verlegt. Im August soll der Steg fertig sein und Fußgängern wie Radlern reichlich Platz bieten.

„Es wird ein sehr filigraner Bau werden“, kündigt Bayerns Finanzminister Markus Söder am Nachmittag an, als er zusammen mit seinem Nachfolger an der Spitze des Umweltministeriums, Marcel Huber, das frisch eingesetzte Mittelstück des Boulevardstegs besichtigt. Und dann schwärmt Söder von der zehn Millionen Euro teuren Maßnahme „Wasserwelt Wöhrder See“ als größtem und wichtigstem innerstädtischen Ökoprojekt in Bayern. 



1981 wurde der 2,5 Kilometer lange Wöhrder See geschaffen. Die Wassertiefe betrug damals bis zu drei Meter, heute sind es an vielen Stellen gerade noch 50 Zentimeter. Der See verlandet, im Sommer ist er voller Algen.

Durch das Wasserwelt-Projekt, das Söder einst auf den Weg brachte („Ein Baby von mir“), soll der See „gerettet“ und als Naherholungsgebiet obendrein attraktiver werden. Der Boulevardsteg ist da nur eines von vielen Projekten, die bis 2014 umgesetzt sein sollen — Badebucht, Inselwelt, Fischweg, Sandstrand... Ja, mehr noch: „Wir sind mit unseren Ideen noch nicht am Ende“, sagt Söder und verspricht dem Umweltminister, Geld bereitzustellen, sollte die Wasserwelt am Ende doch teurer werden als veranschlagt.

Mehr Infos unter www.wasserweltwoehrdersee.de

Verwandte Themen


3 Kommentare