Wöhrder See: Ein Sommer am Strand?

14.3.2013, 07:00 Uhr
Der Wöhrder See, hier vom Milchhof-Gelände aus gesehen, wird vielleicht schon im August mit einem Strand am Nordufer aufwarten können. Im Stadtrat stößt das Projekt auf sehr viel Zustimmung und vereinzelte Bedenken.

© Horst Linke Der Wöhrder See, hier vom Milchhof-Gelände aus gesehen, wird vielleicht schon im August mit einem Strand am Nordufer aufwarten können. Im Stadtrat stößt das Projekt auf sehr viel Zustimmung und vereinzelte Bedenken.

Ende März werden die Schwimmbagger anrollen. Dann wird erst einmal der Schlamm beseitigt. Das Wasser soll wieder schneller fließen, denn bisweilen ist der See fast nur noch eine Pfütze – 40 bis 50 Zentimeter beträgt der Wasserstand stellenweise, in der Mitte gar nur noch 20 bis 30. „In der Stadt Sedimente aus einem See herauszuholen, ist eine Herausforderung“, sagt Klaus Winklmaier. Auf dem Land gebe es genug Möglichkeiten, Schlamm zu lagern. „In der Stadt fehlt der Platz zur natürlichen Entwässerung.“ Immerhin handle es sich um rund 50000 Kubikmeter Material.

Beim Probe-Baggern im vergangenen Jahr hat sich herausgestellt, dass das Material, das sich im See abgesetzt hat, relativ fest ist. Deshalb soll es per Schiff an Land – an den Norikusparkplatz – gebracht, auf Lkw geladen und dann zu einer Deponie in Schwarzenbruck transportiert werden. Für einen Einsatz in der Landwirtschaft sei der Schlamm ungeeignet, so Winklmaier, weil er geringe Mengen an Schwermetallen – Zink und Kupfer – enthalte. Ende Juli soll die Entschlammung abgeschlossen sein. Dann will das Wasserwirtschaftsamt den Sandstrand am Nordufer und eine langgestreckte Insel im See in Angriff nehmen. „Von ihr wird man allerdings nur einen kleinen, mit Schilf bewachsenen Teil sehen“, sagt Winklmaier. „Wir wollen das Landschaftsbild nicht zu stark verändern.“ Im August, fügt er hinzu, könne man eventuell schon am Strand sitzen und den Sonnenuntergang betrachten. Bislang sei der See leider nirgendwo direkt zugänglich. „Es ist aber attraktiv für die Bürger, auch mal ans Wasser gehen zu können. Wie gut das ankommt, sieht man im Pegnitztal West.“

Die Norikusbucht soll im Süden, wie berichtet, einen Ablauf bekommen, der verrohrte Goldbach wieder frei fließen dürfen und in den südlichen Pegnitzarm münden. „Mit diesen Maßnahmen wollen wir im Herbst starten.“ Ab 2014 sei dann die Neugestaltung der Norikusbucht an der Reihe und bis 2016 will auch der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör), der unter anderem für Wege, Wasserspielplatz und Grün zuständig ist, seine Arbeiten abgeschlossen haben.

Die Stadträte aller Fraktionen sind von dem Projekt sehr angetan. Und doch wollen sie die Sitzung nicht ganz ohne Mahnungen beschließen. Schließlich, so der SPD-Politiker Richard Würffel, werde der Strand einen Riesenzulauf bekommen. „Wir müssen WCs und Parkplätze mit einplanen.“ Und Christine Seer von den Grünen denkt an die Anwohner. „Das Konzept muss für sie verträglich sein.“
 

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