Ziel ist die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt

18.11.2013, 19:33 Uhr

© Mark Johnston

Es gibt Jobs, die sind härter als andere. Die Männer, die im Rahmen des Holzprojektes bei der Drogenhilfeeinrichtung Mudra beschäftigt sind, haben so einen. Sie arbeiten aber selbst dann im Wald, wenn die Temperaturen richtig im Keller sind, es draußen regnet und schneit. Was sie davon haben? Eine sinnvolle Aufgabe und die Hoffnung auf ein dauerhaft drogenfreies Leben.

„Eine Therapie ist gut und recht“, sagt Mudra-Geschäftsführer Bertram Wehner, „aber ohne Job riskieren Abhängige einen Rückfall.“ Und weil viele ehemalige Drogensüchtige auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum zu vermitteln sind, sind sie auf Arbeitsprojekte von Einrichtungen wie der Mudra angewiesen. „Unser Wunsch ist es, den Menschen eine Chance zu geben, die in der freien Wirtschaft kaum unterkommen“, sagt Bertram Wehner.

Zehn bis fünfzehn Männer beschäftigt der Verein im Rahmen seines Holz- und Waldprojektes. Rechnet man die Arbeitsplätze in der Schmuck- und der Nähwerkstatt, dem Reinigungsunternehmen, der Büroausbildung und im Garten- und Landschaftsbau hinzu, so kommt man auf rund 70 bis 80 Drogensüchtige, die bei der Mudra eine sinnvolle Aufgabe und damit Halt und eine Perspektive bekommen.

Das Holzprojekt ist das älteste und bekannteste der Einrichtung. Es besteht schon seit 1985. „Das ist eine harte und ehrliche Arbeit“, sagt Tobias Abraham. Der Sozialpädagoge und Forstwirt leitet die Arbeit im Wald. Zusammen mit den Klienten der Einrichtung produziert er Brennholz. Auch dann, wenn es die Wetterbedingungen eigentlich nicht zulassen. „Wenn es viel geschneit hat, wird in normalen Forstbetrieben nicht gearbeitet“, sagt Abraham, „bei uns ist Stempeln oder Heimschicken jedoch keine Option.“ Die Klienten müssten schließlich eine Aufgabe haben. „Wir haben auch schon bei minus 18 Grad gearbeitet“, sagt Abraham.

Obwohl der Job im Wald echte Knochenarbeit bedeutet, machen ihn die ehemaligen Abhängigen gern. „Ich bin schon seit neun Jahren hier“, sagt einer der Männer nicht ohne Stolz. Er ist der Älteste der Waldarbeiter. „Die Menschen, die hier arbeiten, identifizieren sich unglaublich schnell mit dem Waldprojekt“, erklärt Wehner. Der Zusammenhalt in der Gruppe sei groß.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Mudra ihren Klienten auch die Chance bietet, soziale Kontakte außerhalb der Drogenszene zu knüpfen. Ab und zu organisiert die Einrichtung deshalb Ausflüge. Wie beispielsweise zur Landesgartenschau in Bamberg im vergangenen Jahr. Dort haben die Mudra-Beschäftigten mitgearbeitet. „Als wir mit dem Bus hingefahren sind, haben viele nur gebannt aus dem Fenster gesehen“, sagt Abraham. „Die meisten kommen sonst ja gar nicht aus der Stadt raus.“ Das Gefühl, etwas anderes zu sehen und nicht nur als Drogenabhängige wahrgenommen zu werden, habe den Männern sehr gutgetan.

Die Arbeitsmaßnahmen der Mudra tragen sich nicht selbst. Deshalb ist die Einrichtung auf Fördermittel und Spenden angewiesen. Langfristig wünschen sich die Waldarbeiter bedienerfreundlichere Maschinen. Kurzfristig hilft ihnen wetterfeste Kleidung über den Winter.

Spendenkonto 1334586 bei der Sparkasse Nürnberg, BLZ 76050101

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