Lastwagen verliert Anhänger

Trümmerfeld und lange Sperrung auf der A9: Drei Schwerverletzte nach Lkw-Unfall

Udo Schuster

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8.6.2022, 13:13 Uhr
Die Autobahn war durch Fahrzeugteile und Ladung komplett blockiert. Keine leichte Aufgabe für die Einsatzkräfte.

© Udo Schuster Die Autobahn war durch Fahrzeugteile und Ladung komplett blockiert. Keine leichte Aufgabe für die Einsatzkräfte.

Für die Rettungskräfte war es kein einfacher Einsatz: Die Autobahn in Fahrtrichtung Berlin war am Ende der Hienbergauffahrt durch Trümmerteile und die beiden Gespanne blockiert, die zusammengestoßen waren. Zwei Lkw-Anhänger waren umgekippt, der 22-Jährige, der die Unfallstelle noch hatte absichern wollen, lag eingeklemmt unter einem der beiden.

Vier Feuerwehren waren im Einsatz – Schnaittach, Hormersdorf, Lauf und Neunkirchen – die Ehrenamtlichen aus Röthenbach und der Autokran der Nürnberger Berufsfeuerwehr standen in Bereitschaft. Die Schwerverletzten wurden von einem Großaufgebot des Rettungsdiensts versorgt, Rettungshubschrauber aus Nürnberg und Regensburg landeten an der Unfallstelle.

Was war passiert? Nach Polizeiangaben war ein erster Notruf bereits gegen 1.10 Uhr am Mittwoch eingegangen. Zu diesem Zeitpunkt hieß es nur, dass auf der rechten Fahrspur oder dem Pannenstreifen ein ungesicherter Lkw-Anhänger stehen würde. Eine Viertelstunde später meldete ein Anrufer einen schweren Verkehrsunfall mit Eingeklemmten.

22-Jähriger unter Anhänger eingeklemmt

Der 22-jährige Fahrer eines Transportunternehmens hatte bemerkt, dass sich der Anhänger gelöst hatte, er wollte ihn gerade absichern, als ein weiteres Lkw-Gespann ungebremst in die Unfallstelle fuhr. Durch die Wucht des Aufpralls kippte der Anhänger auf den jungen Mann, er wurde mit dem Unterkörper eingeklemmt.

Der zweite Lastwagen schob den einzeln stehenden Anhänger fast 100 Meter vor sich her. In diesem zweiten Fahrzeug eines Küchenherstellers saßen ein ein 43-Jähriger sowie ein 60-Jähriger, der sich zum Unfallzeitpunkt im hinteren Bereich der Kabine befand. Das war sein Glück, vermutet die Polizei: Durch die enormen Massenkräfte des Aufpralls verformte sich das Führerhaus und die Beifahrerseite wurde völlig eingedrückt.

Während sich der 43-Jährige aus eigener Kraft befreien konnte, musste die Feuerwehr den Beifahrer retten. Um den 22-Jährigen zu befreien, kam ein Hebekissen zum Einsatz, mit dem die Schnaittacher Feuerwehrleute den Lkw-Anhänger, unter dem er eingeklemmt war, anhoben.

Auch die Ladung lag verstreut neben Fahrzeugteilen auf der Fahrbahn – darunter Kleingebinde mit Motoren- sowie Hydrauliköl, welche die A9 schnell in eine Rutschbahn verwandelte.

Weitere Helfer in Bereitschaft

Die Versorgung der Schwerverletzten wurde durch die Sanitätseinsatzleitung mit dem Leitenden Notarzt Jürgen Beck sowie dem Organisatorischen Einsatzleiter Fabio Viktorin geplant. Weitere Rettungskräfte standen abrufbar am Autohof in Schnaittach in Bereitschaft, darunter auch die ehrenamtlichen Unterstützungsgruppen aus Schnaittach und Lauf sowie ein zusätzlicher Notarzt.

Die Einsatzleitung der Feuerwehr übernahm Andreas Kühnl, unterstützt von Kreisbrandinspektor Oliver Heinecke. Die Laufer Wehr setzte zur Unterstützung der Polizeiarbeit ihre Drohne ein. Vom THW aus Lauf waren ebenfalls Einsatzkräfte vor Ort. Das Fahrzeug der Hormersdorfer Feuerwehr beleuchtete die Einsatzstelle von der Gegenfahrbahn aus.

Für die Aufräumarbeiten waren erst alle drei, später nur noch der rechte Fahrstreifen bis bis etwa 12.30 gesperrt. Die Sperrung wurde nun aufgehoben.

Dieser Artikel wurde zuletzt um 13.08 Uhr aktualisiert.