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Samstag, 22.02.2020

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80 Jahre bei der Feuerwehr Waischenfeld

Otto Löhr wurde für ungewöhnlich lange Zeit als Aktiver geehrt - Eintritt während des Weltkriegs - 27.01.2020 23:14 Uhr

Zweiter Vorsitzender Elmar Söllner (li.) gratuliert Otto Löhr für 80-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr Waischenfeld. © Foto: Thomas Weichert


Manche in der Feuerwehr konnten es vermutlich selbst nicht so recht glauben, dass der rüstige Senior, der sogar eine Jahreskarte für das Waischenfelder Freibad hat und jeden Tag schwimmt, wenn das Bad offen ist, schon so lange dabei ist. Die Ehrenurkunde, die ihm Söllner überreichte, war auf 70 Jahre ausgestellt. "Das wird natürlich korrigiert und Otto Löhr erhält eine neue Urkunde", betonte Söllner.

Für Bürgermeister Edmund Pirkelmann (BBS) war es die letzte Hauptversammlung der Stützpunktfeuerwehr als Rathauschef. Kommandant Roland Huppmann dankte Pirkelmann mit einem "herzlichen Vergelt’s Gott für alles das, was er für die Wehr geleistet hat. Ohne dich wäre das alles nicht möglich gewesen", betonte Huppmann. Dieser gab den Dank zurück und betonte auch, dass es ohne die einvernehmlichen Entscheidungen des Stadtrates nicht möglich gewesen wäre. In den letzten zehn Jahren hat die Stadt 5,4 Millionen Euro in den Feuerschutz und das meiste davon in die Stützpunktwehr investiert.

So wurde ein neues Feuerwehrhaus gebaut, eine Drehleiter und das Wechselladersystem angeschafft und vieles mehr. Die Feuerwehr Waischenfeld ist heute eine der modernsten und bestausgerüsteten Wehren im Landkreis Bayreuth. "Wir sind gut gerüstet, das Fundament ist gelegt und die Bevölkerung müsste euch dankbar sein für die Zeit, die ihr für die Feuerwehr aufwendet", rief Pirkelmann den 52 Aktiven inklusive der 14 Mitglieder der Jugendfeuerwehr zu. Hinzu kommen noch fünf Mädchen und zehn Buben der Kinderfeuerwehr.

Die Wehr hat 22 Atemschutzgeräteträger und eine eigene Atemschutzstrecke im Feuerwehrhaus. Roland Huppmann berichtete von 33 Einsätzen, darunter neun Brände und 13 technische Hilfeleistungen. Dabei leisteten die Aktiven 513 ehrenamtliche Einsatzstunden und bei 25 Übungen weitere 714 Stunden. Hinzu kamen weitere Einsätze wie Sicherheitswachen und Verkehrsregelungen bei Festen.

Der anspruchsvollste Einsatz war laut Huppmann der Brand des Ärztehauses in Pegnitz, bei dem die Drehleiter und der Abrollbehälter "Aufenthalt" im Einsatz waren. Huppmann forderte mehr Übungsbeteiligung ein: "Als Aktiver zu weniger als fünf Übungen zu erscheinen, ist einfach zu wenig", betonte Huppmann.

Angeschafft wird ein Abrollbehälter "Wasser", zu dem bereits die Ausschreibung bei fünf Firmen läuft. Liefertermin soll im August 2021 sein. Als Ersatz für das betagte Mehrzweckfahrzeug (MZF) soll ein neuer Mannschaftstransportwagen (MTW) angeschafft werden. Das Löschfahrzeug LF 16 geht im März oder April zur Feuerwehr Breitenlesau und bis zur Anschaffung des Abrollbehälters "Wasser" muss die Feuerwehr Nankendorf mit ihrem Tragkraftspritzenfahrzeug bereit stehen.

Viele Termine

Zweiter Vorsitzender Elmar Söllner berichtete ebenfalls von vielen Vereinstätigkeiten und Terminen und entschuldigte den erkrankten Vorsitzenden Helmut Herzing, der seit 40 Jahren aktiver Feuerwehrmann ist. Sehr gut angekommen ist die Suttenkerwa, nicht mehr so gut besucht war dagegen der Florianstag am 1. Mai, der deshalb auf dem Prüfstand steht. Söllner betonte, dass alles, was bei den Veranstaltungen eingenommen wird, auch für Beschaffungen der Feuerwehr ausgegeben werde. 2019 waren dies 5000 Euro. Die Kritik am mangelndem Besuch zum Florianstag ist laut Pirkelmann angebracht. Er will dies bei der nächsten Kommandantendienstversammlung ansprechen.

Es gibt keine Wehr, die den diesjährigen Gemeindefeuerwehrtag ausrichten will. Dieser Tag ist mit dem Jugendleistungsmarsch verbunden. Für Pirkelmann sei es "kein Beinbruch, wenn der Gemeindefeuerwehrtag einmal ausfällt". Zudem schlug er die Schaffung eines Feuerwehrfonds auf Landkreisebene vor, in den aus der Kreisumlage jährlich 100 000 Euro eingezahlt werden.

Von Einsätzen in Weidenhüll, Schnakenwöhr und Pegnitz stehen Rechnungen offen, die womöglich niemand begleicht. Die Feuerwehr Waischenfeld bliebe auf ihren Kosten sitzen. Pirkelmann kündigte an, dass die Stadt alle zehn Sirenen im Gemeindegebiet auf Digitalfunk umrüsten wird, auch wenn man sie laut Innenministerium bald nicht mehr bräuchte. Bis jetzt haben nur 78 Feuerwehrleute von 439 Aktiven aller zehn Wehren einen Piepser. Notwendig wären laut Pirkelmann noch über 400, von denen einer bis zu 200 Euro kostet und für die es wohl keinen Zuschuss gibt. Kreisbrandinspektor Armin Meyer lobte Pirkelmann, den er als "Triebfeder der Feuerwehr" bezeichnete. Dadurch habe die Feuerwehr Waischenfeld eine Größe, die im Inspektionsbereich ihres Gleichen suche, so Meyer.

Stellvertretender Kommandant Andreas Lindek wurde zum Oberlöschmeister befördert und zum neuen Zugführer des 11. Löschzugs ernannt. Die Ärmelabzeichen für 20-jährige Dienstzeit erhielten Mathias Lindek und Sebastian Brendel und für zehn Jahre Florian und Johannes Huppmann und Matthias Horn.

THOMAS WEICHERT

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