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Bergwerksweihnacht ist eine Mammutaufgabe

Schon die Vorbereitungen auf Maffei erfordern einen Kraftakt von immer weniger Ehrenamtlichen - 26.11.2018 11:55 Uhr

Keine Bergwerksweihnacht gleicht bei der Dekoration in den Hallen der anderen. Marga Warta (links) und Beate Friedl (rechts) arbeiten an einer besonderen Überraschung für die Besucher. © Brigitte Grüner


Generalstabsmäßig ist der Aufbau, der vom Fördervereinsvorsitzenden Michael Grüner und seinem Stellvertreter Matthias Regn organisiert wird. Denn wenn am 8. und 9. Dezember wieder rund 10 000 Besucher durch das Weihnachtsdorf mit seinen 80 Ständen und dem vorwiegend kunsthandwerklichen Angebot flanieren, dann muss alles stimmen und stimmig sein.

"Ich bin ein Perfektionist", sagt Grüner. Ihm missfällt schon ein nicht brennendes Lämpchen an einer Lichterkette, weil dies den Gesamteindruck stören könnte. Und deshalb guckt er hier nach, schaut da nach dem Rechten, zieht hier ein Schraube nach und überprüft dort, ob die Monozellen noch funktionieren.

In einem 14-seitigen tabellarischen Arbeitsplan ist alles aufgelistet, was von wem zu erledigen ist. Matthias Regn ist zum Beispiel für die Verkehrsrechtliche Anordnung, das Behördengespräch und die Ortsbegehung zuständig. Mittlerweile geht er gelassen an seine Aufgaben heran, die er im Vorfeld abarbeiten muss. "Es ist ziemlich viel Routine, jeder weiß, was zu tun ist." An vier, fünf Freitagen und Samstagen werde die Hauptarbeit geleistet.

Seit Ende Oktober

Ein Organisator mit stets guter Laune: der zweite Vorsitzende Matthias Regn. © Brigitte Grüner


"Die eigentliche Herausforderung sind die zwei Tage Bergwerksweihnacht", sagt Regn. Im Vorfeld könne man zwar alles planen, aber an diesen zwei Tagen müsse man hoffen, dass alles glattgeht. Dann sind außer den drei Frauen und vier Männern, die seit Ende Oktober mit den Vorbereitungen des Großereignisses beschäftigt sind, insgesamt rund 130 ehrenamtliche Helfer in vier Schichten im Einsatz; hinzu kommen etwa 100 Feuerwehrleute, die die Zufahrtsstraßen überwachen und am ZF-Parkplatz den Verkehr regeln.

Die Kerntruppe des Fördervereins wird im Vorfeld der Veranstaltung von Siedlerverein Auerbach, dem Eine-Welt-Verein und der Jägerkameradschaft Auerbach unterstützt, die zum Beispiel am vergangenem Samstag die Hackschnitzel auf die Rasenflächen des Bergwerksgeländes ausgebracht hat. Ohne diesen Schutz könnte sich der Untergrund bei Nässe bei den tausenden von Gästen schnell in Morast verwandeln. Zwar ist in diesem Herbst der Regen bisher ausgeblieben, aber "wir stecken nicht drin", sagt Regn.

In den vergangenen Jahren hat der Verein nach und nach das notwendige Equipment angeschafft und kann auf Kabel, Lichter, Beleuchtung zurückgreifen. Für die Bergwerksweihnacht wird nur die Bühnentechnik von einer Auerbacher Fachfirma aufgebaut. Die Boxen werden so aufgestellt, dass das Geschehen auf der Bühne in jede Halle übertragen wird.

Nicht alles, was die Organisatoren möchten, ist machbar. "Aus Sicherheitsgründen dürfen in den Hallen keine offene Feuer aufgestellt werden", sagt Regn. Bei einem Sicherheitsgespräch eine Woche vor der Bergwerksweihnacht wird erörtert, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen.

Fest steht bereits jetzt, dass extra engagierte Security-Leute wieder Taschen und Rucksäcke der Besucher kontrollieren werden. Ein Auge wird auch darauf geworfen, ob Händler ihren Stand einfach erweitert haben. "Ist das der Fall wird nachberechnet", so Grüner. Oder es muss rückgebaut werden, wenn ein Weg zu schmal wird. Die Organisatoren achten ferner darauf, dass an jeder Seite des Geländes und auch in den Hallen ein Fluchtweg ausgezeichnet ist. Händler, die sich an solchen Stellen ausbreiten, werden aufgefordert, ihren Stand dort abzubauen. Um schnell handeln zu können und sich abzusprechen, sind die Maffei-Verantwortlichen per Funk sowohl untereinander, aber auch für den Fall der Fälle mit Polizei, Rettungskräften und Feuerwehren verbunden.

Um die Massen an Besuchern zum Gelände nach Nitzlbuch zu transportieren, wird wie gewohnt ein Shuttle-Verkehr vom ZF-Parkplatz und durch die Stadt eingerichtet. Froh ist Vereinsvorsitzender Grüner, dass ein Auerbacher Busunternehmen an diesem Wochenende dafür fast alle Fahrzeuge zur Verfügung stellt. "Ohne diese Hilfe könnten wir die Bergwerksweihnacht nicht in dieser Form veranstalten."

Was einer Mammutaufgabe gleichkommt, ist das Aufstellen der Dienstpläne; dafür ist Beate Friedl zuständig. "Sie hat eine der schwierigsten Aufgaben, denn uns fehlen wie überall Leute, die sich ehrenamtlich engagieren", sagt Grüner. Seine Ehefrau Brigitte gehört ebenfalls zum engsten Kreis der Helfer. Sie betreut die Aussteller und ist verantwortlich, dass 20 000 Flyer unter die Leute kommen.

Die Organisatoren lernen auch immer wieder von den vorangegangenen Veranstaltungen. So sind vergangenes Jahr viele der 160 Pyramiden beschädigt worden. "Besucher sind beim Selfiemachen auf die Kabel getreten. Die mussten repariert oder ausgetauscht werden", berichtet der Vereinschef, der sich um die Reparatur kümmerte. "Das macht man nebenbei." Als Freizeitvergnügen sieht er die ganze Vorbereitung nicht: Von unserem Verein wird inzwischen professionelle Arbeit verlangt."

Das hat sich aber auch herumgesprochen: Aus ganz Nordbayern kommen die Besucher nach Auerbach, die hier das spezielle Flair der Bergwerksweihnacht genießen und hoffentlich auch in diesem Jahr zufrieden die Heimreise antreten werden.

Die Öffnungszeiten der Bergwerksweihnacht am Samstag, 8. Dezember: 13 bis 21 Uhr; Sonntag, 9. Dezember: 13 bis 20 Uhr.

HANS-JOCHEN SCHAUER

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