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Boom bei Gästeankünften

Tourismus-Chefin Schneider sieht Fränkische Schweiz vorn - 26.07.2012 17:37 Uhr

Sandra Schneider, hier vor dem Wasserrad in Ebermannstadt, die neue Leiterin der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz. © Horst Linke


Mit den noch auf ihren Vorgänger Franz-Xaver Bauer zurückgehenden statistischen Werten wollte sich die geborene Niederbayerin nicht schmücken, doch vermerkte sie stolz, dass die Urlaubsregion zwischen Bayreuth, Bamberg und Pegnitz auf einem hervorragenden Weg sei: Lagen die Steigerungsraten bei Übernachtungen und Gästeankünften im vergangenen Jahr noch zwischen 3,5 und fünf Prozent, so seien sie in den ersten fünf Monaten 2012 auf 12,5 bis 15 Prozent regelrecht explodiert.

Laut Landrat Hermann Hübner sei das nicht zuletzt auf den hervorragenden Bekanntheitsgrad der Fränkischen Schweiz zurückzuführen, den es zu verteidigen gelte, auch wenn Konkurrenten aus Südtirol oder Österreich bei Messen finanziell mit ganz anderen Pfunden wuchern können.

Was die Diskussion über den Bierpreis angehe, werde sie sich nicht mehr einmischen, so Schneider. Dies sei in der Tat einzig und allein Sache der Gastronomen. Wenn die Qualität stimme, habe sie damit kein Problem, es müsse nur bei der Kalkulation der Zimmer- und Speisenpreise auch daran gedacht werden, dass genügend Reserven für Investitionen übrig bleiben, denn die seien unabdingbar.

Die Ansprüche an die Quartiere würden immer höher, Service spiele eine immer größere Rolle. Das derzeitige Preis-Leistungs-Verhältnis in der Fränkischen Schweiz nannte sie dabei hervorragend. Diesen Wettbewerbsvorteil gelte es zu sichern, wobei man aber aufpassen müsse, nicht zur Billigregion Bayerns zu werden, denn damit habe man keine Zukunft.

Ein großes Anliegen ist der Tourismus-Chefin auch die Rekrutierung neuer Gästeschichten und da spiele das Internet eine große Rolle. Deshalb sei es von größter Bedeutung, dass Zimmer rund um die Uhr online gebucht werden können. Außerdem solle über Social-Media-Kontakte der Gast die Möglichkeit erhalten, für die Fränkische Schweiz zu werben.

Ebenfalls forcieren will Sandra Schneider die Zusammenarbeit mit den benachbarten Fremdenverkehrsregionen, der Stadt Bayreuth oder der Entwicklungsgesellschaft „Rund um die Neubürg“. Ansatzpunkte gebe es dabei genügend, von der gemeinsamen Vermarktung des Jean-Paul-Jahres angefangen bis zur Vernetzung der E-Bike-Verleihstationen. Auch die Werbung könne verknüpft werden.

Der Pottensteiner Bürgermeister Stefan Frühbeißer erfuhr auf eine entsprechende Nachfrage, dass auch die Fremdenverkehrsorte verstärkt mit eingebunden werden sollen. Gut sei die Zusammenarbeit mit dem Naturparkverein und dem Fränkische Schweiz-Verein, wobei sich Sandra Schneider vom FSV noch mehr Engagement auf dem Gebiet des Wanderns wünscht. Der Fichtelgebirgsverein habe hier eine straffere Struktur und ein besseres Konzept.

Landrat Hübner griff den Hinweis auf. Seiner Meinung nach müssten landkreisweit Überlegungen für ein einheitliches Wege-Markierungssystem angestellt werden. Er schlug vor, ähnlich wie im Fichtelgebirge auch die zahlreichen Wanderwege in der Fränkischen Schweiz aufzuwerten. Er will sich deshalb für die Aufnahme eines solchen Projekts in die Leader-Förderung der Europäischen Union stark machen. 

rr

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