Sonntag, 20.10.2019

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Drei Ministerpräsidenten beim Pegnitzer Flinderer

Kabarettist Wolfgang Krebs begeisterte die Gäste beim Wirtschafts-Gipfel am Zipserberg - 15.05.2019 21:51 Uhr

Der Auftritt von Wolfgang Krebs als Edmund Stoiber, Horst Seehofer und Markus Söder war der Höhepunkt des Wirtschafts-Flinderers 2019. © Richard Reinl


Doch dieses Jahr ist es anders. Klaus Liebig, vom Wirtschaftsflinderer-Gastgeber vfm, heißt eingangs noch wie immer die Gäste willkommen, die zum ersten Mal an der Veranstaltung teilnehmen. Das sind diesmal 25 Männer und Frauen unter den Anwesenden im prallgefüllten Schützenhaus am Zipserberg. Liebig bedankt sich bei zwei Firmen, die es als Sponsoren möglich machen, dass zwei Gastredner bezahlt werden und die Zuhörer später bei Schlachtplatten und Bier miteinander ins Gespräch kommen können. 17 Minuten Redezeit sind vergangen, als Liebig die "Thümmler-Festspiele" ankündigt. Was er selbst hier mache, "ist nur Vorspiel", sagt Liebig. Gelächter im Saal, jeder scheint zu ahnen, was jetzt kommen muss. Aber dann nur bedingt kommt.

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Stoiber, Seehofer und Söder beim Pegnitzer Wirtschaftsflinderer

So viel Prominenz gab es noch nie beim Pegnitzer Wirtschaftsflinderer, waren doch mit Edmund Stoiber, Horst Seehofer und Markus Söder gleich drei Ministerpräsidenten in persona des Kabarettisten Wolfgang Krebs anwesend. Dessen Auftritt war der Höhepunkt bei der Pegnitzer Traditionsveranstaltung im Schießhaus am Zipserberg, zu der Initiator Manfred Thümmler und Klaus Liebig als Vorsitzender des Wirtschaftskreises wieder hochkarätige Prominenz aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben begrüßen konnten.


"Nockherberg in Pegnitz"

Manfred Thümmler bezeichnet den Wirtschafts-Flinderer als "Nockherberg in Pegnitz", was heuer nicht weit weg von der Wahrheit ist: Außer Professor Hartmut Egger will jeder am Rednerpult lustig sein. Thümmler begrüßt deutlich weniger Gäste namentlich als beispielsweise vergangenes Jahr, weist darauf hin, dass alle drei Gewalten - Legislative, Judikative und Exekutive - im Saal vertreten sind und bemerkt, dass ein Flinderer-Bier dann gut ist, "wenn es am Gaumen bitzelt". Nach 20 Minuten, in denen Thümmler auch dem vergangenes Jahr verstorbenen Schulleiter Herbert Scherer gedenkt, ist Thümmlers Rede vorbei. Somit dauerte der angekündigte Hauptakt nur drei Minuten länger als das Vorspiel.

Als Professor Hartmut Egger, der einen Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth hat, an der Reihe ist, wird es für 46 Minuten ernst im Schützenhaus. Er spricht über internationalen Handel, warum der Protektionismus einzelner Länder in den vergangenen 15 Jahren zugenommen hat und warum Globalisierung mittlerweile nicht mehr nur als positiv empfunden wird. "Wir bauen Grenzen auf bilateraler Ebene ab, aber nicht mehr weltweit", sagt Egger.

Der Professor erklärt, auf welchen wirtschaftlichen Theorien der Glaube der Engländer und Donald Trumps münzt, dass es ihren Ländern durch Brexit beziehungsweise Zöllen besser gehen wird. Was soll Deutschland tun, damit es den Bürgern hierzulande weiter verhältnismäßig gut geht? Auch Egger hat darauf keine klare Antwort. "Wir leben in einer sehr unsicheren Zeit", sagt er. Die Politik müsse "regional-spezifisch steuern, wo Arbeitsplätze wegfallen".

Flotter Spruch des Dekans

Doch genug der harten Themen, jetzt kommt Wolfgang Krebs. Der Kabarettist reißt die Zuhörer dermaßen mit, dass sich Klaus Liebig nach der 55-minütigen Einlage die Lachtränen aus den Augen wischen muss. Zuerst tritt Krebs als Bundesinnenminister Horst Seehofer auf und beweist, dass er von der kommunalpolitischen Geschichte in Pegnitz Ahnung hat: Dass Manfred Thümmler im Jahr 2012 als Bürgermeister aufhören musste, bedauert Seehofer. "Die gesetzliche Altersgrenze haben wir eigentlich nur wegen dem Ude (Christian Ude, ehemaliger SPD-Oberbürgermeister Münchens, Anmerkung der Redaktion) eingeführt."

Es folgen Imitationen von Ministerpräsident Markus Söder, Freie-Wähler-Chef und stellvertretendem Ministerpräsident Hubert Aiwanger und Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber. In der Rolle als Stoiber ruft Krebs das Publikum - wohl nicht ganz im Scherz - auf: "Beteiligen Sie sich an der Europawahl, damit sie nicht schuld sind an Dingen, von denen Sie jetzt noch gar nicht wissen, dass sie über uns hereinbrechen werden."

Den Abschluss macht Dekan Gerhard Schoenauer. Auch er hat einen flotten Spruch auf den Lippen: "Ich bewundere es, wie ihr diesen Saal hier vollbringt. Das schaffen wir nur an Weihnachten."

MARCEL STAUDT

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