Zwist

FW-Vize will zwischen Hümmer und Wiedemann vermitteln

31.7.2021, 12:00 Uhr
Standen im Wahlkampf Schulter an Schulter: FWG-Kreistagsfraktionssprecher Hans Hümmer (rechts) und Florian Wiedemann, der sich als FWG-Neuling den Chefsessel im Landratsamt holte. Derzeit aber ist das Miteinander der beiden schwer belastet.

Standen im Wahlkampf Schulter an Schulter: FWG-Kreistagsfraktionssprecher Hans Hümmer (rechts) und Florian Wiedemann, der sich als FWG-Neuling den Chefsessel im Landratsamt holte. Derzeit aber ist das Miteinander der beiden schwer belastet. © Foto: Archiv/Andreas Harbach

"Ich finde es schade, wie das gelaufen ist, wie das läuft", sagt Grötsch, der die Auseinandersetzung in den Medien verfolgt hat. Was er vor allem schade findet: "Das sollte intern geregelt und nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen werden, das ist mein größter Wunsch." Transparenz ja, aber nicht um jeden Preis, das helfe niemandem weiter. Grundsätzlich sollte der Konflikt – politische wie persönliche Meinungsverschiedenheiten könne es immer geben – vor Ort gelöst werden, "da sollten wir uns nicht unbedingt einmischen". Aber, sagt Grötsch, der in Königstein wohnt und beruflich in Hof tätig ist, er kenne Florian Wiedemann nun mal seit langer Zeit, schätze ihn, sein Auftreten, seine Sachlichkeit: "Wir sind viel im Austausch, ich besuche ihn auch regelmäßig, damit wir Interessen aus Nordbayern in die Fraktion in München transportieren können."

Daher jetzt seine Anregung für einen besonderen Weg hin zu einem neuen Miteinander: Wiedemann und Hümmer sollten gemeinsam eine Wanderung im Fichtelgebirge unternehmen, sollten da einfach das Gespräch suchen, um die Differenzen aus der Welt zu schaffen. "Ich begleite das gerne auch, bin jederzeit bereit, mich an diesem Gespräch zu beteiligen." Die beiden sollten sich dafür die nötige Zeit nehmen, um in der Abgeschiedenheit das Ganze in "ruhigem Tempo anzugehen, um dann nach vorne zu schauen".


Freie Wähler rechnen mit eigenem Landrat ab


Eine "tolle Idee", sagt Wilhelm Zapf, FWG-Fraktionssprecher in Bischofsgrün und beruflich bei der Kur- und Touristinfo der Gemeinde tätig. Auch er würde so ein Vorhaben unterstützen, "gerne spendieren wir da auch eine Brotzeit". Idealerweise starte der eine in Bischofsgrün, der andere in Fleckl – "und oben treffen sie sich dann und sprechen beim Wandern miteinander, auch früher hat man Streitigkeiten auf der höchsten Erhebung einer Region geklärt". Zapf, der sich in jüngster Zeit – wie auch Vertreter anderer Ortsverbände – offen hinter Wiedemann gestellt hat, kann nach der von Hümmer einberufenen Mitgliederversammlung des FWG-Kreisverbandes vom Dienstag in Trockau auch dessen Sichtweise besser nachvollziehen. Dass auf der Pressekonferenz Hümmers angeblich falsche Wortwahl gegenüber einer Mitarbeiterin des Landratsamtes thematisiert wurde – sie soll sich daraufhin krankgemeldet haben – "war ein Fehler, das hätte nicht öffentlich gemacht werden dürfen", sagt Zapf.

Bei Hans Hümmer kommt der Wandervorschlag nicht so gut an: "Wenn ich wandere, wozu ich selten Zeit habe, dann mache ich das mit meiner Familie", sagt der FWG-Vorsitzende auf Nachfrage.

Mehr Bereitschaft signalisiert Landrat Wiedemann: „Dem stehe ich grundsätzlich offen gegenüber, wobei die sachpolitischen Themen höchste Priorität haben müssten.“ Es gebe nämlich „viele wichtige Sachthemen, die meine vollste Aufmerksamkeit erfordern“.

Zur Konfliktsituation innerhalb der FWG habe er sich „hinreichend positioniert“. Eine zusätzliche moderierte Podiumsdiskussion, wie von Hümmer in Trockau vorgeschlagen, halte er daher „für nicht zielführend“.

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