Größtes Manöver seit 25 Jahren auch in Grafenwöhr

13.10.2019, 09:55 Uhr
Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr proben die US-Streitkräfte und auch Soldaten aus befreundeten Nationen im Medical Training Support Center (MTSC) den Einsatz für den Ernstfall.

Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr proben die US-Streitkräfte und auch Soldaten aus befreundeten Nationen im Medical Training Support Center (MTSC) den Einsatz für den Ernstfall. © Barbara Struller

Deutschland wird bei diesem Manöver, das offiziell im April und Mai nächsten Jahres beginnen soll, als Drehscheibe fungieren, um Soldaten und Material aus den Vereinigten Staaten nach Polen und weiter in die drei baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland zu verteilen.

Diese Großübung soll sicherstellen, dass eine schnelle Verlegbarkeit größerer Truppenteile über den Atlantik und durch Europa gewährleistet ist und die US-Armee sowie ihre Verbündeten im Krisenfall rasch eingreifen können.

Im Zuge des Manövers sollen von Dülmen (Nordrhein-Westfalen) aus insgesamt 450 Ausrüstungsgegenstände – darunter Kettenfahrzeuge, Artillerie und medizinisches Equipment – nach Grafenwöhr verfrachtet werden. Außerdem werden im Joint Multinational Simulation Center (Gefechtssimulationszentrum) Übungen stattfinden.

Verlegung über den Atlantik

Insgesamt nehmen 17 Nato-Mitgliedsländer an Defender 2020 teil. Die Führung übernehmen die USA, die dafür etwa 37 000 Streitkräfte abstellen wollen; rund 20 000 Soldaten nebst Ausrüstung würden dafür Anfang kommenden Jahres über den Atlantik verlegt.

Die Verlegung der amerikanischen Streitkräfte durch Deutschland – unter Einbeziehung von Bundeswehrstandorten – soll schwerpunktmäßig von April bis Mai kommenden Jahres stattfinden. Zu den beteiligten Standorten gehören Garlstedt (Niedersachsen), Burg (Sachsen-Anhalt) und der Truppenübungsplatz Oberlausitz. Zudem sei der Aufbau einer Tankanlage auf dem Truppenübungsplatz Bergen (Lüneburger Heide) geplant.

Für die deutschen Stellen geht es auch darum, die Belastbarkeit der eigenen Infrastruktur wie Brücken zu überprüfen, denn ein Kampfpanzer auf einem Tieflader kann mehr als 130 Tonnen wiegen. Der Transport von Militärgerät ist auch mit Bahn und Binnenschiffen geplant.

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