Samstag, 18.01.2020

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Hochstahler Pfarrkirche wird 100 Jahre alt

Am 17. November 1919 weihte der damalige Bamberger Erzbischof Johann Jakob von Hauck die Hochstahler Pfarrkirche St. Johannes der Täufer ein. Knapp 100 Jahre später hielt Erzbischof Ludwig Schick den Festgottesdienst zum Weihejubiläum. - 12.11.2019 05:55 Uhr

Das Bild zeigt den Festgottesdienstes mit Pfarrer Bernhard Simon, Erzbischof Ludwig Schick und Pfarradministrator Pater Rajesh Lugun (von links).


Jesus wolle, dass die Menschen eine Gemeinschaft bilden und teilen. "Ohne Kirche wären wir wirklich arm dran", betonte der Bamberger Oberhirte.

Schicks erster Besuch in Hochstahl war vor 18 Jahren und galt damals vor allem Pfarrer Hans Stiefler. In Erinnerung wird Schick sein erster Besuch in Hochstahl aber vor allem deshalb bleiben, weil er damals auf dem Heimweg ein Reh totgefahren hatte.

Bürgermeister Ludwig Bäuerlein (CSU) begrüßte seinen "Namensvetter Ludwig" in Hochstahl und fragte sich, warum heute die Kirchen und Wirtshäuser leer sind. Den Grund dafür sah Bäuerlein im Internet. Daher müsse man heute etwas umdenken und die Kirche nach außen hin gestalten. Bäuerlein denkt an Freiluftgottesdienste auf Bierwanderwegen oder der Einbeziehung der Kirchen bei Wandertouren. Das Kirchen, Wirtshäuser und sogar Rathäuser gerade in heutiger Zeit leer seien, sind Themen, die alle berühren müssen, so Bäuerlein, der zwei Gründe für den damaligen Neubau der Hochstahler Kirche sah. Zum einen wurde sie von jenen aus Dankbarkeit erbaut, die aus dem 1. Weltkrieg zurückgekehrt waren. Zum anderen aus Trauer für diejenigen, die aus dem Krieg nicht mehr heimkehrt waren.

Erzbischof Schick bestätigte Bäuerlein und den Gläubigen, dass "die Kirche im Augenblick etwas am abnehmen ist. Da müssen wir gegensteuern." Denn Kirche sei nichts ohne die Haupt- und vielen Ehrenamtlichen. Schick dankte vor allem den an der Kirche Mitwirkenden – Organisten, Kirchenchöre, Mesner, Lektoren, Kirchenräten bis hin zu den in Hochstahl zum Glück noch vielen Ministrantinnen. "Denn", so Schick, "in der Kirche gibt es immer neue Impulse für das Alltagsleben." Jeder Gottesdienst sei auch eine Zeit der Vergebung. "Wer ständig nach Höherem strebt, der wird einsam sein", betonte Schick.

Hollfelds Pfarrer Bernhard Simon betonte, dass es den Erzbischof auszeichne, dass er in den kleinen Gemeinden auf dem Land mit den Gläubigen solche Jubiläen mitfeiere.

Sehenswerte Ausstellung

Neben Simon, der nun den Seelsorgebereich Fränkische Schweiz Nord leitet, assistierten auch Hochstahls neuer Pfarradministrator Pater Rajesh Lugun und Pastoralreferent Georg Friedmann dem Erzbischof während des Festgottesdienstes. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Blaskapelle Hochstahl und der Gesangverein Liederkranz Hochstahl. Sehenswert und informativ war auch die Ausstellung zur Hochstahler Kirchengeschichte im Gemeindehaus.

Als Erbauer der neuen Hochstahler Kirche gilt der damalige Hochstahler Pfarrer und geistliche Rat Georg Schneidawind. Seit dem 20. November 1789 ist Hochstahl auf Anordnung des damaligen Bamberger Fürstbischofs Ludwig von Erthal eine eigene Pfarrei.

Urkundlich erstmals erwähnt wird eine Kirche in Hochstahl im Jahre 1520. Sie dürfte allerdings noch älter sein.

THOMAS WEICHERT

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