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Kleine Brauereien kämpfen um Leergut, Supermärkte verschrotten Kästen

Der Büchenbacher Brauer Hans Herold hofft sehnlichst auf die Rückgabe ausgetrunkener Bierkästen - 20.04.2021 07:55 Uhr

Der Besitzer der Brauerei Herold, Hans Herold aus Büchenbach, sitzt auf einem Bierfass. Die Wirte haben in Zeiten von Corona große Probleme beim Bier-Absatz und verkaufen keine Fässer. Die Kneipen haben zu, gefeiert wird in ganz kleinen Gruppen.

19.04.2021 © Foto: Ralf Münch/Archiv


Schon immer hätten gerade kleinere Brauereien damit zu kämpfen, dass sie nur einen Teil des Leergutes zurückerhalten. Wenn diese zwar in Pegnitz gekauft, aber "irgendwo" an weit entfernten Märkten zurück gegeben würden, erhält Herold die leeren Kästen nie mehr zurück. "Die werden dann von den Supermärkten verschrottet."

In Bayreuth "kein Problem"

In einer Stadt wie Bayreuth sei die Rückgabe des Leergutes meist kein Problem. "Da haben wir noch mehrere Verkaufsstellen", so seine Erfahrungen. Bei anderen, manchmal weit entfernten Supermärkten wäre das schon schwieriger.


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"Beim Rewe-Markt werden meine Bierkästen jetzt auf die Seite gestellt." Brauer Herold lässt diese dann abholen. Das Pfand von 3,10 Euro ist für ihn oder seine Helfer dann kein Problem. "Mich kostet ein Bierkasten mit 20 leeren Bierflaschen zehn bis elf Euro."

Bredouille für alle Kleinbrauer

Vor ähnlichen Problemen stehen auch andere Kleinbrauer. Deshalb holten auch sie selbst das Leergut aus den Supermärkten ab, um ihr Lager aufzufüllen.

Wegen dieses permanenten Matererialschwundes habe Brauer Herold schon immer bei Bierkästen und bei leeren Flaschen "zusetzen" müssen. Also neue kaufen müssen. Wegen Corona habe sich aber die Lage verschärft und die Bereitschaft zur baldigen Rückgabe verschlechtert.

Sein Problem: "Neue Flaschen zu bestellen ist ein Lotteriespiel." Wer jetzt bestellt, "erhält diese erst an Weihnachten". Bereits vor zwei Jahren gab es schon einmal eine solche Mangelsituation, und jetzt ist es wieder so weit.

Zusätzlich erschwert werde die Situation, weil immer mehr Brauereien von den Bügelflaschen wieder weg gehen und auf die normalen Bierflaschen, die Euro-Flaschen, umstellten.

"Wenn eine große Brauerei wieder auf Euro-Flaschen umstellt, braucht sie eine unheimliche Menge an Euro-Flaschen." Da kämen dann schnell Größenordnungen von 100 Paletten mit Kästen von leeren Euro-Flaschen zusammen. Und schon sei der Markt wie "leer gefegt", so Herold.

Kaum Nachfrage nach Fässern

Corona hat aber noch eine weitere Auswirkung. "Früher konnte noch zu zehnt gefeiert werden. Da lohnte sich ein kleines Fässchen. "Jetzt sind die Feiernden maximal zu dritt." Da werde kein Fassbier, sondern nur noch Flaschenbier gekauft.

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Gehörige Abnahmeprobleme für Bier gibt es auch wegen der Corona-bedingten Schließung von Wirtshäusern . Durch den Dauer-Lockdown und geschlossenen Kneipen wird weder Fassbier noch Flaschenbier an durstige Gäste verkauft - mitunter landete der Gerstensaft schon im Gully.

Da ist trotz Protesten von Wirten und Brauer-Verbänden ("Die machen uns alle platt") kurzfristig keine Änderung in Sicht. Ganz im Gegenteil wird von Politikern bereits über weitere Verschärfungen diskutiert. Selbst für Außengastronomie unter freiem Himmel gibt es momentan noch keinen Hoffnungsschimmer. 

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© Montage: Sabine Schmid

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© Achim Bergmann

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Frage 1/10:

Silberner Brauerstern auf Hellblau. Wer ist's?

Die Brauerei Wagner aus Merkendorf, erstmals erwähnt 1797. Rund um Bamberg wird das Wagner sehr geschätzt, besonders das ungespundete Lager und das naturtrübe Kellerbier.

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Frage 2/10:

Diese Kirchtürme deckeln welches Bier?

Brauerei Trunk aus Vierzehnheiligen/Bad Staffelstein, der gute Stoff wird auch Nothelfer genannt. Nothelfer? Die Erklärung ist einleuchtend: Seit 1803 wird das Bier oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut. Und wenn die erschöpften Pilger seit jeher oberhalb des Gotteshauses aus dem nahen Wald kommen, stärken sich nicht wenige erst mal mit einem kühlen Bier, bevor sie dann die Kirche betreten.

© Achim Bergmann

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Frage 3/10:

Nicht verkehrt, mit Schild und Schwert.

Seit über 300 Jahren in Familienbesitz zählt Held aus Oberailsfeld schon zu den bekannteren Privatbrauereien in der Region. Besonders das Helle ist beliebt. Seit 1680 wird hier schon gebraut.

© Achim Bergmann

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Frage 4/10:

Hier springt der Hirsch - auf welche Brauerei?

1845 übernahm der Müllerssohn Johannes Kraus das damalige "Wirtschaftsguth" in Hirschaid - und seither ist die Brauereigaststätte ohne Unterbrechung im Besitz der Familie.

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Frage 5/10:

Ein grüner Baum, wo steht der?

"Zum Grünen Baum" heißt der Brauereigasthof der Familie Bayer aus Theinheim im Steigerwald. Gefeiert wird hier oft, unlängst erst ein runder Geburtstag: Seit 1718 wird hier schon gebraut.

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Frage 6/10:

Ein bunter Vogel - auf welchem Bier sitzt er?

"Zum Pfau!", heißt es öfter, wenn es nach Frauendorf geht. Seit 1867 ist die Familie Hetzel Herr über die dort ansässige Brauerei.

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Frage 7/10:

Der Zwerg vom Berg, wo braut er sein Bier?

Der markante Zwerg stammt von der Staffelberg-Bräu aus Loffeld. In der sechsten Generation, seit 1856, führt die Familie Geldner-Wehrfritz dort die Brauerei. Zehn Jahre später, 1866, ließ Jakob Geldner ein eigenes Brauhaus folgen, nochmals zehn Jahre später dann eine eigene Faßhalle.

© Achim Bergmann

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Frage 8/10:

Raubtier mit Schild und Krone. Wer ist's?

In Untersiemau/Birkach wird seit 1822 das "Eller" gebraut. Als beliebtestes gilt das Rotbier, Christian Eller braut aber auch ein süffiges Pils.

© Achim Bergmann

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Frage 9/10:

Schwarzer Adler, wer hat sich den gekrallt?

Adler-Bräu aus Stettfeld ist inmitten der unterfränkischen Haßberge daheim - und das schon seit 1730. Bräustübla, Biergarten, Sudhaus und sogar einen "Bärentrunk" gibt's hier.

© Achim Bergmann

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Frage 10/10:

Weißer Löwe - wo kommt der her?

Hier sind Wirths-Leute am Werk! Die nun schon 9. und 10. Generation der Familie Wirth führt das Löwenbräu. Natürlich nicht zu verwechseln mit dem Münchner! "Unser" Löwenbräu stammt aus Neuhaus im Aischgrund und das schon seit 1747. Im Sortiment gibt es hier mehrere Löwen und sogar eine "Karpfen Weisse".

© Montage: Sabine Schmid

Lust auf ein weiteres Bier-Quiz?

Dann hier entlang!


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FRANK HEIDLER

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