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Mittwoch, 03.06.2020

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Neues Konzept: Bergbaumuseum geht in Offensive

Nach Wechsel in der Museumsleitung will der Förderverein Maffeispiele neues Konzept fürs Bergwerk. - 05.03.2020 18:08 Uhr

Der Schaustollen des Bergbaumuseums Maffeischächte bleibt wohl bis Mai 2021 geschlossen. Konzeptionell werden allerdings in erster Linie die Ausstellungen in den Schachthallen überarbeitet.


Conny Bachmann bringt sich in dem Museumsbetrieb ein. © Foto: Ralf Münch


"Das Museum wird umstrukturiert", erklärt Matthias Regn, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Maffeispiele. Da die Arbeit zum Großteil von Ehrenamtlichen erledigt werde, dauere der Umbau "etwas länger". Er rechne damit, dass das Museum ab Mai 2021 wieder geöffnet werden kann. "In einem halb fertigen Umbau machen wir keine Führungen."

 

Auf den Prüfstand

Laut Regn kommt das Konzept des Museums auf den Prüfstand. "In Zukunft soll man das Museum ohne Führung auch mit Audioguides ablaufen können", sagt Regn. Bei einer so genannten Audiotour erhalten die Besucher ein Gerät mit Kopfhörern. Eine Stimme führt sie über das Gelände, hält sie an den Stationen an und erklärt diese. Außerdem seien Infobildschirme angedacht. "Wir stecken da aber noch in der Planung."

Hauptverantwortlich für das Museum soll dann Conny Bachmann sein. Die 37-Jährige aus Kirchenthumbach ist eigentlich technische Redakteurin bei KSB. "Ich schreibe den ganzen Tag Betriebsanleitungen über Dinge, die sonst kein Mensch versteht", scherzt Bachmann. Ab Mai 2021 soll sie ihre Fähigkeiten dazu einsetzen, Besuchern die Geschichte des Bergbaus auf dem Maffeigelände näherzubringen. Bachmann tut das ehrenamtlich, ebenso wie die rund zehn Mitglieder des Fördervereins, die sich am Umbau beteiligen.

 

Information aufbereiten

Bachmann ist seit Mai vergangenen Jahres Mitglied im Förderverein, das Umbaukonzept stammt in großen Teilen aus ihrer Feder. Sie sieht zwei Phasen, von denen nur die erste sicher bis zum Mai abgeschlossen sein soll. "Wir müssen ja zuerst die Ausstellungsstücke ansprechend arrangieren und die Informationen aufbereiten", sagt die 37-Jährige. "Es geht um die Grundlagen: Wo sind wir im Eisenerzbergwerk? Was ist die Funktion? Wer waren die Arbeiter?"

In Phase zwei soll das Museum dann digitalisiert werden, also die von Regn angesprochenen Audioguides und Infobildschirme kommen. Früher habe man in einem Museum einfach ein Bild aufgehängt und das den Besuchern erklärt, aber das ginge heute nicht mehr.

"Außerdem müssen wir uns Lösungen für einige der Ausstellungsstücke ausdenken, die in unserem Museum von den Bedingungen angegriffen werden", sagt Bachmann. Die Museumsführerin will den Freiwilligen kein unrealistisches Zeitlimit setzen: "Unsere Museums-Saison ist im Oktober vorbei. Wenn wir bis dahin fertig sind, können wir uns überlegen, ob wir aufmachen, aber wir müssen nichts überstürzen."

Wichtiger als das Tempo sei ihr die Gründlichkeit der Arbeit. "Wir gehen von einem Punkt zum nächsten. Vielleicht überschneiden sich auch ein paar Aspekte, aber es braucht nicht alles auf einmal."

Als Budget für den Umbau sind rund 25 000 Euro eingeplant, sagt Bachmann. Mehr sei nicht drin: "Das sind die Mittel, die wir haben." Laut Matthias Regn könne sich der Verein auf seine finanziellen Rücklagen verlassen. Diese sollen zum Teil für den Umbau, aber auch den Unterhalt des Museums verwendet werden.

Nicht vom Umbau betroffen ist das Kulturprogramm im Alten Bergwerk, das entweder in der Kulturhalle der Anlage oder auf der Freilichtbühne stattfindet. Auch während der Bergwerksweihnacht bedeuten die Umbauarbeiten keine Behinderung.

InfoMehr Informationen zum diesjährigen Veranstaltungsangebot im Bergbaumuseum Maffeischächte gibt es unter www.maffeispiele.de

Wichtiger als das

Tempo ist mir

die Gründlichkeit

der Arbeit

JULIAN SEIFERTH

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