Politik-Novize will mit Kritik verbessern

8.10.2020, 17:55 Uhr
Er ist ein politischer Newcomer und erst seit wenigen Wochen Mitglied in „Die Partei“: Bundestagswahl-Kandidat Florens Weiss.

Er ist ein politischer Newcomer und erst seit wenigen Wochen Mitglied in „Die Partei“: Bundestagswahl-Kandidat Florens Weiss. © Foto: Lena Buckreus

Weiss ist ein politischer Newcomer, der sich erst vor rund sechs Wochen dazu entschieden hat, Mitglied von "Die Partei" zu werden. Bisher war Politik sein Hobby. "Natürlich hat es vorher auch schon Absprachen gegeben, aber ich bin ganz frisch dabei." Er hätte ja genauso gut den Linken beitreten können, sehe sich dann aber in "Die Partei" besser aufgehoben. Weil: "Wir kritisieren mit dem Ziel etwas zu verbessern", sagt der Media Consultant, der so gut wie immer eine Cap trägt. Er findet, er passt da richtig gut rein. Auch, weil er fließend sarkastisch spricht, es ihm nicht schwerfällt, mit Worten herumzuhantieren und bildlich zu sprechen.

Mit den Zielen von "Die Partei" kann sich der gebürtige Landshuter identifizieren: Mit dem Plan, die Mauer wiederaufzubauen, zum Beispiel. "Wir finden Deutschland richtig gut, deswegen sollte es gleich zwei davon geben", sagt Weiss. Dennoch ist für ihn Politik etwas Ernstes und "Die Partei" nicht nur eine Spaß-Gruppierung. Er sieht sich mehr als Schiedsrichter, der eingreift, um den anderen Parteien zu erklären, dass sie etwas falsch machen.

In den Bundestag zu kommen, ist wirklich sein Ziel. Eines, dass er für realistisch hält. Obwohl er eigentlich lieber gleich Bundeskanzler werden würde. Aber er könne ja nicht zu viel erwarten. Weiss setzt auch auf all jene, die mit der jetzigen Situation unzufrieden sind: "Genau die haben ja bisher die AfD gewählt, manche waren gar nicht wählen. Und bevor jemand gar nicht wählen geht, soll er lieber Die Partei wählen."

Am meisten Spaß hätte er bei Rededuellen. Da ist er sich jetzt schon sicher. Es macht ihm Freude, jemanden herauszufordern. Seine ehemaligen Lehrer könnten das nur bestätigen. Jetzt möchte er den Menschen in Deutschland endlich seine Meinung sagen.

Florens Weiss liebt die deutsche Sprache. Er rappt seit seiner Jugend, liest jeden Tag und brütet gerade über seinem ersten eigenen Fantasy-Roman. Nebenbei geht er noch klettern und pflanzt sein eigenes Gemüse an, um möglichst nachhaltig zu leben. Zeit für die Politik bleibe ihm da aber noch, sagt er. Er sei schließlich Single.

Ein Wahlkampf-Motto hat der Kandidat für die Bundestagswahl noch nicht. Er und seine Partei-Kollegen seien gerade fleißig drüber, sich eines auszudenken. Aber einen Hashtag, der ihn vor allen Dingen auf den Social-Media-Kanälen durch den Wahlkampf begleiten wird, den hat er schon: #gutelaunert. "Der soll eben ausdrücken, dass wir gute Laune haben. Und wir denken, wir sollten es so machen wie Silke Launert – und dann erst mal eine Auszeit nach dem harten Wahlkampf nehmen, wenn wir erfolgreich waren."

Den Hashtag hatte die CSU-Bundestagsabgeordnete Launert im vergangenen Wahlkampf bereits verwendet.

Nicht nur der Hashtag wird ihn bis ins Jahr 2021 begleiten. Auch seine Wahlkampf-Cap. Die trägt er ab sofort. "Mindestens so lange, bis ich Bundeskanzler werde", sagt Weiss.

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