Widerstand

Schnabelwaid: Geplante Windräder sorgen für Wirbel

Frank Heidler

E-Mail zur Autorenseite

29.10.2021, 08:00 Uhr
Bereits vor einem gestellten Bauantrag über zehn neue Windräder im Kitschenrain gab es dazu eine Nachfrage durch Ratsmitglied Michael Förster in der Pegnitzer Stadtratssitzung.

Bereits vor einem gestellten Bauantrag über zehn neue Windräder im Kitschenrain gab es dazu eine Nachfrage durch Ratsmitglied Michael Förster in der Pegnitzer Stadtratssitzung. © Foto: Jens Büttner/dpa

Die Nachfrage bei Bürgermeister Wolfgang Nierhoff trug wenig zur Aufhellung des Sachverhaltes bei: "Wir haben dazu sehr wenig Austausch", erklärte dieser in der Ratssitzung. Und fügte hinzu: "Wir waren an der Entscheidung nicht beteiligt." Nierhoff sagte aber zu, in dieser Angelegenheit bei seinem Schnabelwaider Amtskollegen Hans-Walter Hofmann nachzuforschen.

Am Tag nach der Pegnitzer Ratssitzung erklärte der Schnabelwaider Gemeindevorsteher Hans-Walter Hofmann auf NN-Anfrage: "Ich bin jederzeit zu Auskünften bereit".

Wie er erläuterte, habe die Firma Uhl bereits vor zehn Jahren 18 Windräder auf gemeindefreiem Gebiet im Staatsforst errichten wollen. Bei einem Bürgerentscheid hätten sich jedoch über 80 Prozent der Schnabelwaider dagegen ausgesprochen.

Nun sei diese Firma ohne aktives Zutun des Bürgermeisters erneut auf die Kommune zugekommen. Jetzt will sie zehn Windräder errichten. Unmissverständlich machte der Bürgermeister und Rechtsanwalt klar: "Das ist kein Vorrang- oder Vorbehaltsgebiet." Bei der Errichtung neuer Windräder könne auch die bisher für Bayern geltende 10 H-Regel nicht eingehalten werden.

Jetzt gibt es wieder Widerstand gegen die Windenergie in Schnabelwaid. "Bei uns hat sich eine Bürgerinitiative dagegen gebildet." Am Dienstag dieser Woche waren dem Bürgermeister 180 Unterschriften von Bürgern übergeben worden. Diese beantragen einen Bürgerentscheid, um die Windräder am Kitschenrain zu verhindern.

Bürgermeister Hofmann verwies auf erhebliche finanzielle Vorteile durch den "Windpfennig" von 0,2 Prozent pro erzeugter Kilowattstunde. "Ich kann doch nicht Millionen Euro, die da über 20 Jahre möglich sind, einfach am Wegesrand liegen lassen."

Selbstverständlich würden auch Nachbarkommunen, die im Einzugsbereich dieser Windräder lägen, anteilsmäßig von diesem "Windpfennig" profitieren. Im konkreten Fall also auch Pegnitz oder Teile von Kirchenthumbach.

Noch existiere aber keine Planung und kein Bauantrag für diese zehn Windräder.

1 Kommentar