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Sieben Wölfe bei Ortlesbrunn entdeckt

Jagdpächter Klaus Vögle entdeckte bei Ortlesbrunn einen Rehriss, zu dem sieben Wolfsfärthen führten - 20.02.2021 08:55 Uhr

Wolfsspuren lassen sich bei Schnee häufig in der Gegend um Auerbach finden. Jagdpächter Klaus Vögle entdeckte jetzt sieben Färthen, die zu einem Riss führten.

19.02.2021 © Foto: privat


Seit etwa zwei Jahren sei immer wieder ein Wolf in der Gegend zu sehen, erzählt Reinhard Frank, der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Gunzendorf. Ein Bürger habe bei Ohrenbach einen Wolf gesehen, ein anderer berichtete von einer Sichtung bei Gunzendorf. Auch Rehrisse seien mehrfach gefunden worden. Frank hat Sorge, dass die Jagdgebiete künftig weniger gern gepachtet werden, wenn zu viele Wölfe unterwegs sind. Dies hätte Auswirkungen auch auf die Allgemeinheit. Wenn die Jagdgenossenschaften keine Einnahmen aus der Jagdpacht mehr haben, können sie beispielsweise keine Wege mehr instand setzen.


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Jagdgenosse in Sorge

Das sind noch theoretische Bedenken, tatsächliche Sorgen hat Reinhard Frank wegen der zunehmenden Größe des Rudels. Zuletzt waren im Schnee die Spuren von sieben Wölfen zu sehen, erfuhr er vom Jagdpächter. Frank möchte den Menschen keineswegs Angst machen, mache sich aber auch viele Gedanken. "Die Leute sollten wissen, dass es inzwischen so viele Wölfe in der Region gibt." Nur wer sich dessen bewusst ist, könne sich entsprechend verhalten.

Fast wöchentlich sieht Jagdpächter Klaus Vögle einen Wolf. Ab und zu finde er auch einen Reh-Riss, an dem deutlich wird, wer das Wild auf seiner Speisekarte hatte. Wenn vom Riss etwas übrig bleibt, sind Gentests möglich. Damit können mehrere Generationen der Wölfe festgestellt werden. Wenn schon frühere Ergebnisse vorliegen, können die Tiere sogar einer bestimmten Familie oder einem Rudel zugeordnet werden.

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Erstaunt war Vögle, als er vor einigen Tagen im Gebiet "Seideloh" in der Nähe der Ortlesbrunner PV-Anlage sieben Wolfsfährten nebeneinander entdeckte, die zu einem Riss führten. Wegen der Schneedecke waren die Spuren gut zu sehen. Der Auerbacher geht seit 2007 auf die Jagd. In den letzten Jahren habe er vermehrte Unruhe besonders beim Rehwild festgestellt. Früher hatten die Tiere meist feste Einstände. Heute seien sie eher unstet und ziehen mal hierhin, mal dorthin. Die Jäger hoffen, dass die Wölfe auch Wildschweine, die oft Schäden in den Jagdgebieten anrichten, zur Strecke bringen. Die Pächter in der Region tauschen sich immer wieder aus, sagt Klaus Vögle. Wolfsvorkommen habe wohl jeder schon bemerkt. "Die sind eigentlich überall."

Risse von Nutztieren wurden im nördlichen Auerbacher Gemeindegebiet bislang nicht bekannt. Etwa 500 Meter vom Bahnhof Michelfeld hingegen wurde am 8. Februar ein totes Schaf gefunden, das zur Herde eines Wanderhirten gehörte. Dort wurden DNA-Proben genommen. Das Landesamt für Umwelt (LfU) bestätigte inzwischen, dass das Schaf von einem Wolf gerissen wurde. Im Landkreis Amberg-Sulzbach ist das der erste Nutztierriss seit dem Wiederauftauchen von Wölfen. Am vergangenen Wochenende starb ein frisch geborenes Kälbchen auf einer Weide im oberen Pegnitztal. Auch dort wurden DNA-Proben genommen, damit herausgefunden wird, ob es tatsächlich ein Wolf war. 

Das hauptsächliche Waldgebiet, in denen sich die Wölfe aufhalten, sei der Veldensteiner Forst und der Truppenübungsplatz Grafenwöhr, erklärt der Auerbacher Revierleiter Johannes Hauke. Wolfssichtungen gab es unter anderem in Horlach sowie in Mosenberg und Höfen in der Gemeinde Neuhaus. "Ich habe den Wolf selbst erst zweimal gesehen", berichtet der Auerbacher Revierförster. Er sei fast täglich in den Wäldern um Auerbach unterwegs, Begegnungen sind eher selten.

Wahrscheinlichkeit gering

Er habe bislang noch keinen Wolfsriss gefunden. Bilder mutmaßlicher Risse bekomme er häufig zugeschickt. "Da man aber über den Wahrheitsgehalt keine Aussage treffen kann, sind diese Bilder mit Vorsicht zu genießen." Die Wahrscheinlichkeit, einen Wolf im Wald zu sehen, stuft Hauke als gering ein. Direkte Begegnungen auf kurze Distanz seien sogar noch unwahrscheinlicher. "Ich denke, solange man den Wolf nicht in die Enge drängt, kommt es zu keiner Konfliktsituation." Selbst aus Gebieten, in denen sich der Wolf schon seit längerer Zeit niedergelassen hat, seien ihm keine menschenbedrohlichen Situationen bekannt.

BRIGITTE GRÜNER

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