Sturmtief „Niklas“: Zug kracht gegen Baumstämme

31.3.2015, 19:08 Uhr
Gestern Vormittag gegen 11 Uhr krachte der Regionalexpress gegen Baumstämme, die auf den Gleisen gelegen waren. Der Zugführer und der Zugbegleiter wurden verletzt, die Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon.

Gestern Vormittag gegen 11 Uhr krachte der Regionalexpress gegen Baumstämme, die auf den Gleisen gelegen waren. Der Zugführer und der Zugbegleiter wurden verletzt, die Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon. © Foto: Luisa Degenhardt

Etwa 300 Meter musste man von der Weidelwanger Mühle aus entlang der Gleise laufen, um zur Unfallstelle zu gelangen. Die Passagiere waren am frühen Nachmittag nicht mehr vor Ort, Notfallmanager, Polizisten und Feuerwehrleute begutachteten den Zug.

Der Triebwagen sah übel aus: Ein Baumstamm hatte den Führerstand in zwei Hälften geteilt. Zahlreiche feine Risse durchzogen die Frontscheibe.

Der Führerstand des Zugs wurde total zerstört.

Der Führerstand des Zugs wurde total zerstört. © Feuerwehr Pegnitz

„Es hat richtig laut gekracht, dann sind Baumstämme an den Fenstern vorbeigeflogen“, sagte die 53-jährige Zugbegleiterin, die im Unglückszug Fahrkarten kontrollierte und ihren Namen nicht nennen wollte.

140 Stundenkilometer

Mit 140 Stundenkilometern prallte der Zug, der um 11.07 Uhr von Hof kommend Richtung Nürnberg unterwegs war, gegen die Baumstämme, die Sturmtief „Niklas“ vorher entwurzelt hatte. Erst nach etwa 250 Metern Bremsweg kam der Zug zum Stehen.

Nach dem Unfall lief sie sofort nach vorne zum Zugführer. Der Mann hatte Glück im Unglück: Er rettete sich mit einem Sprung aus dem Führerstand. Vorher konnte er noch eine Notbremsung einleiten. Sie fand den Lokführer kniend auf dem Boden vor. Er und ein weiterer Zugbegleiter wurden mit leichten Verletzungen ins Pegnitzer Krankenhaus gebracht, so Manfred Ludwig, der Bundespolizei-Sprecher.

Auch die Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon, von den 137 Passagieren wurde niemand verletzt. Die Reisenden wurden mit einem intakten Wagen zurück nach Pegnitz transportiert. Von dort setzten sie ihre Fahrt nach Nürnberg mit Bussen fort.

Öl ausgelaufen

Den Sachschaden schätzte Ludwig im sechsstelligen Bereich. Genauer wollte er sich nicht festlegen, weil bis Redaktionsschluss das Ausmaß des Schadens noch nicht absehbar war. Der Zug musste in einer aufwendigen und langwierigen Aktion geborgen werden.

Ein Problem bildete neben dem demolierten Führerhaus auch auslaufendes Öl, das ins Gleisbett gelangt war. Deshalb waren auch Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes vor Ort.

Der demolierte Zug sollte im Lauf des Abends geborgen werden. „Die Bahn macht solche verunglückten Fahrzeuge wieder transportfähig und schiebt sie auf ein Nebengleis“, erläuterte Manfred Ludwig.

Von der Bahn AG in Berlin war bis Redaktionsschluss keine Auskunft über den Stand der Dinge zu bekommen. Dort gab es wegen immer neuer Unfallmeldungen keine Stellungnahme.

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