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Rekord-Verspätung: Deutsche Bahn will neue Züge nicht abnehmen

Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuge verzögert sich bereits seit 2016 - 24.04.2020 08:33 Uhr

Ursprünglich geplant war der Einsatz der sechs neuen, lokbespannten Garnituren von Skoda bereits Ende 2016. Wann sie rollen werden, ist immer noch unklar.

20.04.2020 © Arno Stoffels


Die Deutsche Bahn hat immer wieder Probleme mit neuen Zügen. Teils lange Lieferverzögerungen waren in der Vergangenheit eher die Regel als die Ausnahme, die Folge waren Konflikte und auch juristischer Streit mit Stammlieferanten wie Siemens, Bombadier und Alstom.


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Auch deshalb erteilte der Konzern bereits 2013 überraschend einen Auftrag für neue Fahrzeuge beim tschechischen Fahrzeugbauer Škoda Transportation. Doch schon längst ist klar, dass diese Entscheidung alles andere als ein Beispiel für die gelungene Ausweitung des Wettbewerbs war. Stattdessen bahnt sich eine rekordverdächtige Verspätung für den Einsatz der Fahrzeuge an.

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Nach einer mehrjährigen Verspätung sollen die neuen Regio-Fahrzeuge des tschechischen Herstellers Škoda demnächst auf Strecke gehen. Die Züge sind bis zu 200 Kilometer pro Stunde schnell und schaffen die Prestigestrecke Nürnberg-München in 1.45 Stunden. Der München-Nürnberg-Express will außerdem mit neuen Garnituren punkten und bietet zudem 676 statt der bisherigen 413 Plätze. Wir haben uns in den Zügen umgesehen.


Zwar hat nach Angaben eines Bahnsprechers das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) bereits Anfang Dezember 2019 eine eingeschränkte Zulassung für die sechs Garnituren erteilt, die jeweils aus sechs Doppelstockwagen und einer Lok bestehen und 676 Menschen Platz bieten. Doch offenbar wegen anhaltender technischer Probleme will die DB die Züge weder abnehmen noch in einen Probebetrieb auf der Strecke Nürnberg, Ingolstadt und München einsteigen.

Dort sollten die Fahrzeuge ursprünglich bereits Ende 2016 an den Start gehen. Bei der Vorstellung des ersten Zugs Ende Oktober 2018 in einem DB-Werk in der Nähe von München hieß es, dass die Züge erst im Sommer 2019 nach und nach an die DB übergeben werden sollen. Als Begründung wurden damals von einem Vertreter des tschechischen Fahrzeugbauers die anspruchsvollen technischen Lösungen für die Waggons genannt. Škoda Transportation hatte offenbar den Auftrag unterschätzt.

Die Doppelstockwagen müssen für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt und zudem druckdicht sein, damit Fenster und Türen auch den Kräften bei einer Tunnelbegegnung mit dem ICE standhalten, der auf der Strecke auch mit Tempo 300 unterwegs ist. Und nicht zuletzt muss auch die Bord-Software zuverlässig funktionieren.


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Fast ein Jahr später ist nun klar, dass sich der Einsatz der neuen Škoda-Züge auf der Strecke Nürnberg-München weiter und auf unbestimmt verzögert, wo seit Inbetriebnahme der neuen beziehungsweise ausgebauten Trasse im Jahr 2006 Deutschlands schnellster Nahverkehr mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde rollt. Einen Zeithorizont, wann die dort bislang eingesetzten und durchaus betagten InterCity-Garnituren abgelöst beziehungsweise ergänzt werden, konnte der Bahnsprecher nicht nennen.

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