Amazon-Ansiedlung

Allersberg bestätigt offiziell: West I geht an P3

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 05.10.2016..FOTO: Roland Fengler..MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait: Stefan Bergauer..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Stefan Bergauer

Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung

E-Mail

21.12.2021, 16:49 Uhr
Mit dem Kauf der Allersberger Gewerbeflächen dürfte der Ansiedelung von Amazon nicht mehr viel im Wege stehen.

© Rolf Vennenbernd, NN Mit dem Kauf der Allersberger Gewerbeflächen dürfte der Ansiedelung von Amazon nicht mehr viel im Wege stehen.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung bestätigten Bürgermeister Daniel Horndasch und Katrin Müller als Vorständin des Kommunalunternehmens Allersberg sowie P3 Logistic Parks den Verkauf an den P3 . Somit könnte Amazon dort das - umstrittene - Sortierzentrum errichten.

Horndasch und Müller verweisen auf den Wegfall der Geheimhaltung nach entsprechenden Beschlüssen des Marktgemeinderates und des Kommunalunternehmens. Dieses hatte sich demnach einstimmig für P3 entschieden, der Marktgemeinderat hatte mit 12:8-Stimmen für P3 votiert. Einen Kaufpreis nannten Horndasch und Müller nicht. Allerdings hat P3 bereits 30 Prozent des Kaufpreises als Anzahlung überwiesen.

Spielraum ist da

Diese Anzahlung in Höhe von sechs Millionen Euro war bereits im Haushalt 2021 eingeplant gewesen - nun, da sie eingegangen ist, wird sie als Teil der Rücklage (7,5 Millionen Euro) ins kommende Haushaltsjahr übernommen.

Damit sieht sich Allersberg entsprechend aufgestellt für die im nächsten Jahr anstehenden Aufgaben wie Freibadsanierung, die Sanierung des Gilardianwesens und der Erweiterung der Kindergärten, heißt es in der Pressemitteilung. Gleichzeitig wird auf den kürzlich verabschiedeten Doppelhaushalt verwiesen, der ohne Kreditaufnahme auskommt.

Die Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung hatte bereits im Mai 2021 vom Verkauf des 19 Hektar großen Sondergebietes für Logistik an P3 berichtet. Basis waren Informationen aus der nichtöffentlichen Sitzung des Marktgemeinderate, die der Redaktion zugespielt worden waren. Das hatte seinerzeit für Aufregung gesorgt. Auch, weil andere Interessenten einen höheren Kaufpreis pro Quadratmeter geboten haben sollen. Horndasch verwies damals unter anderem auf den Kriterienkatalog, anhand dessen nach einem Käufer für West I gesucht worden war.

Preis nicht das ausschlaggebende Argument

Der Preis sei damit nicht das einzig ausschlaggebende Argument. Insbesondere, so Horndasch damals, hätte P3 bereits einen Mieter für die einen Teil der Fläche (14 Hektar) an der Hand. Amazon, so wird offen kolportiert, will dort ein Sortierzentrum mit 400 Arbeitsplätzen errichten.

In der Pressemitteilung gehen Horndasch und Müller auf eine Beschwerde bzw. Petition beim Ministerpräsidenten gegen das Ausschreibungsverfahren ein. Dieses wurde von der Regierung von Mittelfranken bewertet. Die Kernaussagen werden zitiert, dort heißt es unter anderem: "Das Vorgehen der Marktgemeinde und des Kommunalunternehmens stellt sich aus unserer Sicht transparent und nachvollziehbar dar."

Kein Unterwertverkauf

Der Verkauf sei kein Unterwertverkauf, im Gegenteil: Der Vergleich mit Bodenrichtwerten und Flächen der Nachbarkommunen ergebe, das der erzielte Kaufpreis "sogar deutlich über den festgelegten Bodenrichtwerten" liege. Gleiches gelte für die Werte vergleichbarer Grundstücke in anderen Landkreiskommunen. "Ein Unterwertverkauf ist deshalb nicht zu erkennen."

"Der Markt Allersberg und das Kommunalunternehmen Allersberg begrüßen diese eindeutige rechtsaufsichtliche Bewertung im Hinblick auf Nachvollziehbarkeit., Transparenz und Korrektheit des Auswahl- und Vergabeverfahrens", so Horndasch und Müller in der gemeinsamen Pressemitteilung.

Verwandte Themen


1 Kommentar