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Corona-Krise: Hilpoltsteiner Firma Kegler meldet Insolvenz an

Firma musste Insolvenz anmelden, da Aufträge wegen der Corona ausbleiben - 26.05.2020 06:00 Uhr

Um die Hilpoltsteiner Firma Kegler ist es im Moment gar nicht gut bestellt. Wie es weitergeht, wird die nahe Zukunft zeigen. Ab 1. Juni läuft das Insolvenzverfahren. Karl Scheuerlein, Chef der Rother Unternehmerfabrik ist zuversichtlich, dass sich eine Lösung für das Unternehmen findet. In welcher Dimension auch immer. © Foto: Tobias Tschapka


In der Burgstadt wurde schon länger gemunkelt, dass der Betrieb in der Freystädter Straße, der Zulieferer für die Kfz- und Luftfahrtindustrie ist, in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt, was letztlich in der Insolvenz mündete.

Großteils, so Karl Scheuerlein, sei die Insolvenz aber der Corona-Pandemie geschuldet. "Wenn die Aufträge ausbleiben, wird es natürlich schwierig", erklärte der Chef der Rother Unternehmerfabrik gegenüber unserer Zeitung.

70 Prozent Umsatz fehlen

Um die 70 Prozent des Umsatzes seien seit Beginn der Corona-Krise weggebrochen; davon rund 50 Prozent im Bereich Luftfahrtindustrie und 20 Prozent auf dem Sektor Automobile, betonte Scheuerlein. Er zeige sich erleichtert, dass mit Mechthild Bruche von der Nürnberger Anwaltskanzlei Dr. Beck und Partner eine Insolvenzverwalterin gefunden worden sei, der es nicht darum gehe, "die Firma einfach zu zerschlagen", sondern die nach Chancen suche, den Betrieb in Hilpoltstein wieder zum Laufen zu bringen.

Die große Chance für Kegler sieht Scheuerlein in der Zertifizierung diverser Arbeitsbereiche, hauptsächlich im Flugzeugbereich. Diese Zertifizierung habe zwar in allererster Linie "immateriellen Wert", zumal das Unternehmen damit an den Standort Hilpoltstein gebunden sei. Wenn sich aber jemand mit einem umsetzbaren Businessplan findet, sei diese Zertifizierung von Vorteil, sagte er.

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Ein Nachfolger würde bei Kegler geordnete Verhältnisse vorfinden, die ein schnelles Hochfahren der Produktion ermöglichen würden. Aber natürlich sei bei der derzeitigen wirtschaftlichen Situation "ein gewisses Glaskugeldenken" dabei.

Ob das Unternehmen dann mit derselben Zahl an Angestellten – rund 90 Mitarbeiter sind bei Kegler beschäftigt – weitergeführt werden kann, "weiß man nicht". Die Mitarbeiter beziehen derzeit Insolvenzgeld.

Natürlich hofft auch Bürgermeister Markus Mahl, dass die Firma Kegler den freien Fall stoppen kann, dass das Traditionsunternehmen, das seit Jahrzehnten in Hilpoltstein ansässig ist, schnell wieder auf die Beine kommt.

 

Über die Hintergründe der Insolvenz wisse er aber zu wenig, um ein Urteil abgeben zu können, sagte der Rathaus-Chef. Und auch er erklärte, dass die Firma wegen ihrer zahlreichen Zertifikate an den Standort in der Freystädter Straße in Hilpoltstein gebunden sei. Schon eine Verlegung der Produktionsstätten um einen Kilometer würde eine neue Zertifizierung erforderlich machen, betonte er.

So bleibe im Moment nicht mehr als zu hoffen, dass sich eine Nachfolgeregelung finde, mit der die Arbeitsplätze erhalten werden können.

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hr

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