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Dienstag, 20.08.2019

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"Energiebündel" fordert Ausrufung des Klimanotstands

Landkreis Roth und Schwabach sollen Erlangens Beispiel folgen - 09.07.2019 05:58 Uhr

Als erste Kommune in Bayern hat der Stadtrat Erlangen am 31. Mai den Klimanotstand ausgerufen. Mit dabei waren zahlreiche junge Aktivisten der Fridays-for-Future-Bewegung. © Foto: Rainer Wich


Das Energiebündel Roth-Schwabach hat in seiner Jahresversammlung gefordert, den "Klimanotstand" im Landkreis Roth und in Schwabach auszurufen. So, wie das zum Beispiel Erlangen schon getan hat.

Da seit Monaten die Schüler- und Jugendbewegung "FridaysForFuture" das Thema Klimaschutz als eine Existenzfrage der Menschheit bewusst macht, regte das Energiebündel an, dass auch lokal wesentlich entschlossener gehandelt wird. Dazu soll der Klimanotstand in allen Stadt- und Gemeinderäten der Mitgliedskommunen diskutiert und beschlossen werden. Ziel dabei ist, dass der Klimaschutz bei allen relevanten Entscheidungen besser berücksichtigt wird. Die ersten bayerischen Kommunen, die das getan haben, sind Erlangen und Bubenreuth.

Um dies vorzubereiten, werden in den nächsten Tagen die Kommunen informiert und dabei auch ein möglicher Beschlussvorschlag unterbreitet. Die Mitglieder stimmten in der Jahresversammlung der geplanten Vorgehensweise mehrheitlich zu.

Lösungen für mehr Klimaschutz

Vorsitzender Werner Emmer hob in seinem Jahresbericht besonders das Energiespar-Festival in Kammerstein und die regelmäßig am ersten Donnerstag im Monat stattfindenden Energie-Stammtische hervor. Bei diesen Veranstaltungen würden praktische Lösungen für mehr Klimaschutz und zur Energiewende in einer verständlichen Form vorgestellt und diskutiert. Individuelle Tipps für Interessierte gibt es bei Bedarf auch in den 2018 bezogenen Büroräumen des Vereins in Roth, Traubengasse 13.

"Verbesserungspotentiale" sieht Emmer noch bei der Zusammenarbeit mit den Mitgliedskommunen und mit dem Landratsamt. Was in einigen Rathäusern sehr gut klappe, könne durchaus überall gelingen. Dabei versteht sich das Energiebündel (nur) als Ideen- und Impulsgeber.

Vorsitzender bestätigt

Bei der turnusmäßigen Neuwahl des Vorstands gab es – aufgrund gestiegener, beruflicher Anforderungen bisheriger Vorstandsmitglieder – einige Neubesetzungen. Werner Emmer aus Schwanstetten wurde als Vorsitzender des Vereins bestätigt. Hermann Lorenz aus Roth wurde als sein Stellvertreter gewählt und als Pressesprecher bestätigt. Neuer Schatzmeister wurde Klaus Buckel aus Büchenbach und als neue Schriftführerin wurde Monika Siebert-Vogt aus Schwanstetten gewählt. Rechnungsprüfer bleiben weiterhin Almut Churavy (Schwabach) und Andreas Hofmann (Roth).

Die wichtigsten Projekte 2019: In Wendelstein findet am 29. September eine ähnliche Veranstaltung wie 2018 in Kammerstein statt. Der Verein ist dabei Impulsgeber und wird mitgestalten. Die Federführung hat die Marktgemeinde Wendelstein.

Ein Aktionsfeld, bei dem sich auch der Verein zu Wort meldet, ist die umstrittene Stromtrasse P53, die möglicherweise durch die nördlichen Landkreiskommunen führen könnte. Sein Standpunkt: Neue, teure Stromtrassen mit teils großen Eingriffen in die Natur seien unnötig, wenn nur die lokale Energiewende konsequent und zügig umgesetzt werde. Bei nachhaltigen Neubauten und Sanierungen, massivem Ausbau der Photovoltaik, Nutzung der Windenergie und effizientem Einsatz der Biomasse sowie lokaler Speichermöglichkeiten können teure Stromtrassen entfallen. Sie würden den Bürgern dauerhaft hohe Netzentgelte und den Betreibern hohe Renditen bescheren.

Konzepte, und dann?

Ein weiterer Diskussionspunkt war der Status der Energiewende im Landkreis Roth und der Stadt Schwabach. Unklarheit herrsche über die Umsetzung der aufwändig erstellten Klimaschutzkonzepte im Landkreis und verschiedener Kommunen. Hier wolle man noch einmal nachfassen. 

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